Interessant und lehrreich zugleich 2

Donnerstag, 23. Juni 2011

Software, neu und Updates

  • Auch für die Linux-Version des unter Windows sehr beliebten (Shareware-)Editors UltraEdit werden nun erstmals Update-Gebühren fällig in der bei IDM üblichen Höhe von jährlich 30 USD. Damit einhergehen dürfte auch der unsägliche Online-Aktivierungszwang. Nun ist es nicht so, daß man inzwischen auch unter Windows keine Alternativen dazu hätte, zumal die bisherigen UEX(Linux)-Versionen eher Beta-Charakter hatten und nur einen Teilbereich der Funktionen der Windows-Version abdeckten. Ich bin gespannt, wieweit man diese Preispolitik auch für die Linux-Version treiben kann – so prall ist das Tool nicht. (Update auf 2.2.0.5)
  • Sabayon 6 freigegeben, eine auf Gentoo basierende Live-DVD mit Installationsoption. Diesmal hat man Gnome 3 vorsichtshalber noch weggelassen, „providing a broken user experience has never been in our plans“. Kernel 2.6.39.1 mit optimierten Kerneln im Repository, LibreOffice 3.3.3, GNOME 2.32.2 und KDE 4.6.4 – es gibt unterschiedliche DVDs mit jeweils KDE oder Gnome. Sabayon ist bekannt für ein ziemlich rundes System, aktuelle Software (auf DVD und im Repository) sowie ein recht „ansehnliches Äußeres“. Also „einfach schick“.
  • Als die Slax, eine modulare, auf Slackware basierende Live-CD, in der Entwicklung doch arg stagnierte, hatten einzelne Anwender „custom“-Versionen entwickelt mit aktualisierter Software und integrierten  und aktualisierten Modulen. Daraus ist nun ein Fork namens Porteus entstanden, von dem es aktuell eine Version 1.0 gibt. Als Kompressionsmethode wird jetzt LZMA2 verwendet, womit alte Module nicht mehr laufen und neu gebaut werden müssen. Die 32bit-Version enthält Trinity KDE-3.5.12, die 64bit-Version KDE-4.6.4. Programmbasis ist Slackware 13.37. Per Skript lassen sich übrigens Slackware-Pakete recht einfach ins benötigte Modulformat (xzm) umwandeln. Bei installierter Slax/Porteus auf dem USB-Stick (Live-Modus mit persitent mode) kopiert man die Module einfach ins Verzeichnis /modules und ergänzt so sein Live-Medium.
  • Nach reichlich Hauen und Stechen im eGroupware-Projekt hatten diverse Entwickler ein komplett neues Groupware-Projekt namens Tine auf die Beine gestellt, das recht heftig Gebrauch von „modernen Webtechniken“ macht. Die Entwicklung geht erstaunlich schnell: Die gerade veröffentlichte Version 2011-05 „Maischa“ ermöglicht die Integration von „Third party applications“ und Verbesserungen in diversen Bereichen. Als Zielgruppe dürften sich besonders Firmen angesprochen fühlen, die hier ein Zeiterfassungs- und CRM-Modul vorfinden sowie die üblichen Kalender-, Adreß- und Mailanwendungen. Einzelne Einträge lassen sich untereinander verlinken, sodaß man bspw. eine Kontakthistorie erhält – soviele Groupware-Anwendungen gibt es nicht, die so etwas ermöglichen, meist hat man nur einen simplen Kalender. Tine gehört mittlerweile zu den wenigen (brauchbaren) Groupwarelösungen, die man vom Umfang her auch auf normalem Webspace betreiben kann (ob man das sollte, ist eine andere Frage). Von der aktuellen Version gibt’s auch eine Live-Demo.

Slack Mini Server

Mittwoch, 13. Mai 2009

Der Slack Mini Server ist eine auf Slackware 12.2 aufbauende Distribution sowohl für Fortgeschrittene als auch für Linux-Anfänger. Zwar gibt es keine GUI-Tools zur Administration, jedoch läßt sich der Server neben der üblichen Konsolenarbeit (auch über SSH) komplett über ein webbasiertes Webmin-Interface administrieren.

Diverse vorkonfigurierte Dienste wie Apache, MySQL, Postfix, Dovecot IMAP, SpamAssassin, Samba, Hylafax u.v.m. machen die Distribution auch für Leute interessant, die ohne spezialisierte Kenntnisse schnell einen Homeserver aufsetzen und bequem bedienen wollen. Wie in allen Fällen empfiehlt sich aber auch hier das Lesen der vorhandenen Dokumentation… Die SMS-Entwickler machen übrigens auf das enthaltene TorrentFlux aufmerksam („to download torrents safely and secure through TorrentFlux“). Neu in der aktuellen Version 1.4.3 vom 10.5. ist Apache Tomcat, Java, postgresql – darüberhinaus orientiert man sich an Slackware Current und übernimmt das neue lzm-basierte Komprimierungsformat der Slackware-Pakete.

Den SMS gibt es als installierbare Live-CD und reine Installationsversion (letztere mit dem doppelten Umfang), X.org mit KDE als 100 MB großes lzm-Modul ist separat erhältlich.

Slax 6.1.1 auf dem EeePC

Samstag, 18. April 2009

Die Slax ist eine auf Slackware Current basierende (schmale) Live-CD, die besonders durch ihre Modularisierung hervorsticht. Anwender können das Grundgerüst aus KDE 3.5.10 und ein paar Basisanwendungen leicht erweitern, indem sie der Live-CD (besser: der Version für den USB-Stick) weitere Module nach Wahl hinzufügen. Man schiebt sie entweder ins Verzeichnis /slax/modules, wo sie beim Booten geladen werden oder ins Verzeichnis /slax/optional für das spätere manuelle Hinzuladen. Eigene Module können leicht per beigefügtem Skript erstellt werden – entweder aus normalen Slackware-Paketen oder aus selbst erstellten Komponenten. Hört sich zwar etwas kompliziert an, geht in der Praxis aber ganz leicht: Per Skript ein Slackwarepaket (*.tgz) entpacken, Änderungen etwa an der Konfiguration vornehmen und per Skript wieder zusammenbauen lassen, diesmal als lzm-komprimiertes Modul. Für die ganz Faulen gibt es neuerdings einen „Build-Service“, der das fertige ISO bzw. das Archiv für den Stick bereits „on demand“ mit der zusammenklickbaren Modulauswahl wie in einem Shopsystem zusammenstellt und als Download verfügbar macht.

Der Autor der Slax, Tomas M., hat sich nun zwei EeePCs zugelegt und folglich für den EeePC passende Treiber für Wifi, Ethernet usw. integriert – zumindest der EeePC 900A läuft damit weitgehend „out of the box“. Für die deutsche Lokalisierung der Slax benötigt man noch die Dateien german.lzm (kommt ins Verzeichnis /slax/base) und initrd.gz (damit überschreibt man die entsprende Datei in /boot). Die Bildschirmauflösung passt, Änderungen im laufenden Betrieb werden in /changes auf dem Stick gespeichert. Die ACPI-Unterstützung (etwa für Wifi an/aus über die Fn-Tastenbelegung) ist so noch nicht funktionsfähig, mit den Treibern aus diesem Paket läuft es nur mit ein paar Macken, hier ist noch etwas Nacharbeit erforderlich. Wer Spaß an der Slax und ihrer Modularisierung gefunden hat, kann sich je nach Anzahl vorhandener USB-Sticks diverse Versionen für spezielle Einsatzzwecke zusammenbauen. Und der Screenshot (Zur Vergrößerung hier klicken), Slax mit KDE 3.5.10, WLAN Assistant und den (z.T. offenen) Access Points der Nachbarschaft.
Slax

Slax6 – Slackware Live auf dem EeePC

Freitag, 16. Mai 2008

Die Slax 6.x ist eine modularisierte Live-CD (auch als USB-Version erhältlich) auf der Basis von Slackware 12.1. Modularisiert meint in dem Fall, daß eigene oder zusätzliche Pakete optional zur Laufzeit hinzugeladen werden können. In der Praxis sieht das so aus, daß man in ein bestimmtes Verzeichnis („modules“ oder „optional“) diese Pakete hineinkopiert, woraufhin diese beim Start der Slax automatisch in das System eingebunden werden (unter „optional“ nur nach manuellem Aufruf). Zusätzliche Module erhält man entweder über das Repository der Slax (mit im Moment sehr wenigen Paketen) oder über ein Verzeichnis mit nicht offiziell freigegeben Modulen (möglichst die Kurzbeschreibung lesen…), über NimbleX u.a. Eigene Module lassen sich etwa aus Paketen der Slackware 12.1 erstellen, deren tgz-Format in das Slax-eigene Format mit LZMA-Kompression umgewandelt werden müssen, was aber in der Regel kein großes Drama ist und am Einfachsten auf dem USB-Stick einer laufenden Slax-Installation mit deren Tools (tgz2dir, dir2lzm u.a.) erfolgen kann. Zusätzliche und aktuelle tgz-Pakete neben denen der Slackware 12.1 finden sich etwa auf slacky.eu, Linux Packages und weiteren Seiten. Problematisch wird dies nur, wenn die gewünschten Pakete eine ganze Reihe von Bibliotheken benötigen, die in der Standardinstallation nicht enthalten sind.

Slax6 EeePC

Im Unterschied zur CD-Version speichert die Slax 6 auf dem USB-Stick alle Veränderungen am laufenden System in einem Verzeichnis „changes“. Was den Vorteil hat, daß man bei verkonfiguriertem System nur den Ordner „changes“ löschen muß, um mit einem frischen System neu zu starten.

Wie kommt aber jetzt die Slax auf den Stick und läuft sowas auch auf dem EeePC? Im Prinzip ist die Installation sehr einfach, es reicht auch ein Stick von 1GB Gesamtkapazität. Von der Slax holt man sich das tar-Archiv speziell für die Flashspeicher-Installation, extrahiert das Archiv auf den Stick und führt auf dem Stick im Verzeichnis „boot“ das Skript „bootinst.bat (Windows) oder bootinst.sh (Linux) aus. Damit wird der Bootloader (syslinux) in den MBR des Sticks geschrieben. Falls man ein anderes Dateisystem als FAT32 auf dem Stick hat, nimmt man das Skript liloinst.sh, womit einem allerdings das schicke grafische Bootmenü entgeht.

Für „normale“ PCs war’s das schon, der Stick für den EeePC braucht aber noch einige Ergänzungen. Zunächst die speziellen Treiber für ACPI (Sondertasten etc.), Ethernet sowie den Madwifi-Treiber für den speziellen Atheros-Wlan-Chip. Die ausführliche Anleitung Installing Slax6 on Asus EeePC 701 bei eeeuser.com nennt die Quellen und beschreibt auch die spezielle Konfiguration für den EeePC.

  • Treiber für EeePC von tuxfamily.org (Dank an alisou) holen und in das Verzeichnis „modules“ kopieren (eeedrivers, acpi-eee, xf86-input-synaptics (für Touchpad), dejavu-fonts-ttf, firefox (optional)). wlassistant ist der Wifi-Manager. Hier muß man nach der Installation in der laufenden Slax den Menüeintrag anpassen: Statt „sudo“ trägt man „kdesu“ ein. Alternativ holt man sich aus dem Downloadbereich der Tuxpost ein angepaßtes Modul.
  • xorg.conf anpassen. Den Code im Howto kopieren und die Datei xorg.conf unter /slax/rootcopy/etc/X11/xorg.conf ablegen. Das Verzeichnis „rootcopy“ hat bei der Slax eine spezielle Funktion: Will man bestimmte Dateien des Originalsystems beim Booten überschreiben, bildet man unter /rootcopy den entsprechenden Systembaum nach. Alle dort abgelegten Dateien ersetzen dann die Originalversionen der Slax. Unsere xorg.conf unter /rootcopy/etc/X11/xorg.conf ersetzt also die Slax-Version unter /etc/X11. Wichtig: Damit die Slax beim Start keinen Hardwaretest für den Xserver durchführt, sondern unsere fertige xorg.conf verwendet, muß in den Startparametern unter /boot/slax.cfg der String „xconfig;“ (ohne Tüttelchen) entfernt werden!
  • Shutdown-Skript anpassen. Das Problem haben diverse Distributionen, nämlich daß das System beim Herunterfahren das Gerät nicht sauber abschaltet. Das Problem liegt beim Entfernen des Moduls snd_hda_intel. Unter Punkt 2.4.5 des Howto steht der Code für ein Skript, das man als /rootcopy/etc/rc.d/rc.local_shutdown ablegt. Danach wird der EeePC beim Herunterfahren sauber abgeschaltet.
  • Deutsche Lokalisierung. Von Haus aus ist die Slax im Originalzustand english only. Um eine deutschsprachige Version zu bekommen, holt man sich vom Slax ftp-Server die benötigten Dateien und überschreibt damit die Versionen auf dem Stick (initrd.gz und german.lzm)

Damit wäre der USB-Stick bootbereit für den EeePC, weitere Feinheiten sind im Howto nachzulesen. Im eeeuser-Forum unter „Other Linux Distributions“ findet man stets kompetente Hilfe speziell zur Slax. Zu beachten ist nur noch, daß Wifi von Hand gestartet werden muß mit „ifconfig ath0 up“ auf der Konsole. Wenn man danach den Wlan-Manager startet (mit angepaßtem Menüeintrag, s.o.) sollte man die offenen Access Points der Nachbarschaft sehen.

Bei den derzeitigen Preisen für Flash-Speicher bietet es sich geradezu an, je nach Einsatzgebiet verschiedene spezialisierte Versionen der Slax dabei zu haben. Speziell im Bereich der Forensik und Sicherheitsüberprüfung hat die BackTrack Standards gesetzt. Diese Live-CD, die es auch für den USB-Stick als tar-Archiv gibt, basiert auf der Slax 5.x und unterstützt in der Beta-Version bereits den EeePC. Im Eeeuser-Forum gibt’s einen recht langen Thread zur BackTrack auf dem eee.