Der russische Pianist Grigorij Sokolow ist eine der ganz großen Nummern im klassischen Musikbetrieb. Sokolow spielt dabei wenig Platten ein und tritt lieber live auf – mit der schönen Folge, daß es von Sokolow-Konzerten diverse Bootleg-CDs gibt und sich die Anzahl “offizieller” CDs in überschaubaren Grenzen hält. Also eher ein Horror für die Plattenfirma, was den Mann aber nicht nur dadurch extrem sympathisch macht. Ein Sokolow-Konzert ist folglich einer der großen “Events” und von entsprechendem Bohei begleitet.
Daß “New Labour” im Überwachungswahn inzwischen die Freunde jenseits des Atlantiks übertrifft, ist ja bekannt. Sokolow sollte nun für Konzerte in England und Schottland ein Visum beantragen, was ja nicht so gänzlich ungewöhnlich ist. Nach einem neuen britischen Gesetz ist dafür jedoch ein Visum mit biometrischen Angaben nötig, das u.a. die Fingerabdrücke des Einreisenden enthält. Sokolow sollte nun die zuständige Botschaft aufsuchen und dort seine Fingerabdrücke abgeben. Wodurch der inzwischen in Verona lebende Künstler schwer beleidigt war – weniger vom Phantasiepreis von 99 Pfund für die Erstellung des Visums als wegen der Schwachsinnigkeit des Ansinnens. Die Konzerte in Großbritannien sind daher bis auf weiteres abgesagt.
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Unter dem schönen Namen “Frühlingsgefühle” gibt es beim Deutschen Symphonie Orchester (DSO) ein Mini-Abo zum unschlagbaren Preis von 39 Euro für 3 Konzerte auf den “besseren” Plätzen. Da nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung steht, heißt es sich also beeilen, falls man für die Osterkonzerte noch Karten benötigt: Ingo Metzmacher dirigiert Bach und Messiaen (Ostersamstag und -sonntag mit Gil Shaham). Da sich das Mini-Abo auch auf weitere Konzerte von April bis Juni erstreckt, käme man noch für relativ wenig Geld in Konzerte u.a. mit den Dirigenten Gennady Rozhdestvensky, Roger Norrington, Herbert Blomstedt mit Bruckners Neunter oder Metzmacher selbst mit Henzes 8ter im Juni. Falls Hannover 96 sich bis dahin für den UEFA-Cup qualifiziert hat, dirigiert er wohl noch etwas beschwingter als gewohnt. ;) Zur Erinnerung: Eine Kinokarte kostet inzwischen 7,50 Euro, hier schwitzen für 13 Euro ggf. mehr als 100 Leute live auf der Bühne (im Juni etwa mit dem Rundfunkchor Berlin und dem Ernst Senff Chor). Eine Konzertübersicht hat der DSO-Flyer, Link. s.o.
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