Nach wochenlangem Hin und Her – die 2010.1-Distribution war im Prinzip bereits fertig – sind die ISOs der Mandriva 2010 Spring (2010.1) freigegeben worden. Ob dies die letzte freie Version von Mandriva sein wird, weiß im Moment noch niemand. Gerüchteweise wird kolportiert, daß Mandriva Bestandteil einer “Vereinigung europäischer Open Source Softwareunternehmen” werden soll, die eher einen OEM- und kommerziellen Exklusiv-Vertrieb planen würden. In diesem Konglomerat irrlichtern auch noch die bisherigen Risiko-Kapitalgeber herum, insgesamt erinnert diese “Performance” an Eiereien im Bereich von TV-Kabelgesellschaften, bei denen es nur um das Fleddern der besten Stücke aus der Gesamtmasse geht. Gegenüber potentiellen Firmenkunden ist dies auch nicht gerade vertrauenserweckend.
Wie dem auch sei: Die Torrents sind über die Mandriva-Server erhältlich in den bekannten Spielarten Mandriva Free (DVD) und Mandriva One (Live-CDs, KDE und GNOME), es wird bereits kräftig geseedet. Basis der 2010.1 sind Kernel 2.6.33.4, KDE SC 4.4.3 etc. Die ISOs sind ebenfalls im Tuxpost-Shop erhältlich.
Auf der PCLOS-Hauptseite steht seit Tagen nichts, nur die Links der Community-Versionen wurden bereits auf die neuen Versionen aktualisiert: Neue PCLinuxOS-Live-CDs in den Spielarten Xfce, Gnome, LXDE/Openbox und Enlightenment 17 sind freigegeben worden. Die Release-Notes dürften noch etwas auf sich warten lassen, aber man ist schon froh, daß diese ursprünglich sehr innovative (und populäre) Distribution nach diversen Querelen nicht gänzlich untergeht. Die CDs sind zunächst “english only”, lassen sich aber durch den Paketmanager lokalisieren. Die Basis ist jeweils Mandrake 2010.0 Basiert locker auf Mandriva, inzwischen hat man ein eigenes Repository mit rund 12.000 Paketen (rpm), das per apt und/oder Synaptic verwaltet werden kann.

PCLinuxOS 2010 Enlightenment 17

PCLinuxOS 2010 Gnome Screenshot

PCLinuxOS 2010 Phoenix-Xfce Screenshot
Nicht-DSLer erhalten die CDs für jeweils 3 Euro auch hier im Tuxpost-Shop. Lokalisierungen müssen, sofern benötigt, dann trotzdem online nachgeladen werden.
[Update] Die Hauptversion mit KDE 4.4.2 ist nun ebenfalls erschienen, Links ebd. Die Live-CD rennt übrigens äußerst schnell, die KDE-Version erscheint erfreulicherweise im alten Stil mit “richtigem” Menü und ohne viel Schnick. Eine bebilderte Einführung zur Festplatten-Installation hat HowtoForge: “The Perfect Desktop – PCLinuxOS 2010 (KDE)”.

PCLinuxOS 2010 KDE 4.4.2, das Wallpaper ist eher für Breitbildschirme gedacht.
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Mit der KinderTux v3 erweitert Dieter Schütze seine verdienstvolle Reihe an Live-CDs für 3 bis 12jährige auf Basis von Mandriva um eine spezielle Version für die lieben Kleinen, die erstmals ein Filtersystem (“Internet Kinderschutz” via lokalem Proxy und Whitelists) beinhaltet. In der Grundeinstellung sind zunächst alle Adressen außer denen in der Whitelist gesperrt. Auf dem LXDE-Desktop warten dann startbereit im unteren Panel GCompris, Kartoffelknülch, Tux Paint, Ksudoku, ein Bild- und Dokumentbetrachter etc., über das Menü erreicht man die übrigen Anwendungen wie LXMusic Player, AbiWord oder den Firefox Browser sowie weitere Spiele und Lernprogramme.
Durch die Verwendung des Mandriva-Systems als Unterbau erhält man auch die Segnungen eines abgewandelten Mandriva Control Centers (hier “KinderTux Control Center” genannt) zur Systemkonfiguration sowie für administrative Aufgaben. In einem speziellen KinderTux-Modul hat man die Möglichkeit, auf dem USB-Stick einen Dateikontainer anzulegen, das Live-System dauerhaft auf Festplatte zu installieren oder auf dem USB-Stick eine Mobilversion der KinderTux zu erstellen. Über Mandrivas Softwareverwaltung lassen sich dann weitere Programme wie gehabt installieren. Im KinderTux Control Center hat man ebenfalls Zugang zu den Einstellungen der Kindersicherung, wo man Black- und Whitelists pflegen kann (Tipp: Falls das root-Paßwort “kindertux” nicht angenommen wird, kommt man mit “lerntux” weiter). Die KinderTux 3.03 ist voll kompatibel zur Mandriva 2010.0. Für einen ersten Eindruck sind die diversen Screenshots auf der Projekt-Homepage sehr nützlich. Download ebd., die ISO-Größe beträgt rund 700 MB. Interessenten ohne DSL bekommen die Kindertux u.a. auch hier im Tuxpost-Shop für 3 Euro plus Versand.
Die Entwickler der locker auf Mandriva aufsetzenden Distribution PCLinuxOS veröffentlicht nun vierteljährlich aktualisierte ISOs der Live-CD. Die heute freigegebene Version 2009.2 trägt nun dem Wunsch nach einfacherer Lokalisierung Rechnung:
“Additional features include a notification-updater to let you know when there are updates available for your installation. Addlocale will localize your your PCLinuxOS into one of many various languages. GetOpenOffice allows you to install Open Office 3.1 in any of the 104 languages available.”
Erhältlich sind eine KDE3- als auch eine Gnome-Version, zunächst English only (s.o.). Im Juli soll erstmals KDE4 im Repository verfügbar sein, die nächste PCLOS-Version 2009.3 basiert dann vollständig auf KDE4. Zu bekommen sind die ISOs zunächst über den Hauptserver ibiblio.org (langsam!), die restlichen Spiegelserver dürften bald nachziehen. Im Moment haben nur die Holländer auf nluug.nl eine aktuelle Kopie.
Wer sich nicht mehr erinnert: Gaël Duval ist der (Mit)Gründer von Mandriva, der unter etwas seltsamen Umständen mit einer ganzen Reihe anderer Beschäftigter 2006 aus dem Unternehmen gekegelt wurde. Duval kündigte danach eine eigene Linux-Distribution an, deren Prototyp wie eine Live-CD arbeitete (das ISO selbst lag auf der Festplatte), Updates wurden via rsync in das ISO eingefügt. Benutzerdaten und -einstellungen lagen auf/in einer separaten Partition/Datei.
Inzwischen hat man sich von einer eigenen Distribution verabschiedet und setzt auf ein Geschäftsmodell, das Online Services gegen Bezahlung anbietet (mehr in Distrowatch Weekly). Man stellt sich vor, daß jemand für Photoshop oder OpenOffice als Online-Services sowie für diverse Gigabyte Speicherplatz auf einem Server genügend Bargeld auf den Tisch legt, daß sich das irgendwann rechnet – dazu will man besser sein als die bereits jetzt vorhandenen Anbieter solcher Dienste (Google Office, in Teilen Amazon etc., Adobe setzt inzwischen auch auf sowas). Bleibt zu hoffen, daß dabei kein eigenes Geld, sondern nur Risikokapital von Zahnärzten verbraten wird, und wünscht Duval alles denkbar Gute.
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