Die beliebte Live-DVD Sidux ist in einer neuen und aktualisierten Fassung 2009-02 “?????” freigegeben worden. Schwerpunkt ist diesmal neben der Treiberei für diverse WLAN-Karten die Integration von KDE 4.2.4, als Kernel verwendet man 2.6.30, was wiederum Anwender mit aktueller Hardware erfreuen wird. Sidux basiert auf Debian Sid aka unstable, und damit einem vor lauter experimentellen Paketen (die bei Debian aber schon recht “stable” sind) die Distribution nicht um die Ohren fliegt, verwendet man in Teilen ein eigenes Repository sowie diverse Skripte, die alles konfigurieren. Erhältlich als kombinierte Live-DVD für i686 und amd64, ebenfalls erhältlich ist eine Live-CD mit XFce als Standard-Desktop. Der Screenshot zeigt diese CD mit XFce und aufgeklapptem System-Menü:
(Auf das Bild klicken zur Vergrößerung, öffnet im neuen Fenster)
Sidux entstand zu Urzeiten aus einer Abspaltung von Kanotix (das wiederum auf Knoppix basierte, welches wiederum auf Debian Sid usw. usf…), hat mit diesem aber nicht viel mehr als die Herkunftsgeschichte gemein. Beim Brennen des ISOs (DVD oder CD-R) sollte man erfahrungsgemäß eine sehr niedrige Brenngeschwindigkeit wählen, da die Daten stark komprimiert sind und es beim Betrieb von CD-R sonst zu Lesefehlern kommen könnte.
Der Slack Mini Server ist eine auf Slackware 12.2 aufbauende Distribution sowohl für Fortgeschrittene als auch für Linux-Anfänger. Zwar gibt es keine GUI-Tools zur Administration, jedoch läßt sich der Server neben der üblichen Konsolenarbeit (auch über SSH) komplett über ein webbasiertes Webmin-Interface administrieren.
Diverse vorkonfigurierte Dienste wie Apache, MySQL, Postfix, Dovecot IMAP, SpamAssassin, Samba, Hylafax u.v.m. machen die Distribution auch für Leute interessant, die ohne spezialisierte Kenntnisse schnell einen Homeserver aufsetzen und bequem bedienen wollen. Wie in allen Fällen empfiehlt sich aber auch hier das Lesen der vorhandenen Dokumentation… Die SMS-Entwickler machen übrigens auf das enthaltene TorrentFlux aufmerksam (“to download torrents safely and secure through TorrentFlux”). Neu in der aktuellen Version 1.4.3 vom 10.5. ist Apache Tomcat, Java, postgresql – darüberhinaus orientiert man sich an Slackware Current und übernimmt das neue lzm-basierte Komprimierungsformat der Slackware-Pakete.
Den SMS gibt es als installierbare Live-CD und reine Installationsversion (letztere mit dem doppelten Umfang), X.org mit KDE als 100 MB großes lzm-Modul ist separat erhältlich.
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Die Slax ist eine auf Slackware Current basierende (schmale) Live-CD, die besonders durch ihre Modularisierung hervorsticht. Anwender können das Grundgerüst aus KDE 3.5.10 und ein paar Basisanwendungen leicht erweitern, indem sie der Live-CD (besser: der Version für den USB-Stick) weitere Module nach Wahl hinzufügen. Man schiebt sie entweder ins Verzeichnis /slax/modules, wo sie beim Booten geladen werden oder ins Verzeichnis /slax/optional für das spätere manuelle Hinzuladen. Eigene Module können leicht per beigefügtem Skript erstellt werden – entweder aus normalen Slackware-Paketen oder aus selbst erstellten Komponenten. Hört sich zwar etwas kompliziert an, geht in der Praxis aber ganz leicht: Per Skript ein Slackwarepaket (*.tgz) entpacken, Änderungen etwa an der Konfiguration vornehmen und per Skript wieder zusammenbauen lassen, diesmal als lzm-komprimiertes Modul. Für die ganz Faulen gibt es neuerdings einen “Build-Service”, der das fertige ISO bzw. das Archiv für den Stick bereits “on demand” mit der zusammenklickbaren Modulauswahl wie in einem Shopsystem zusammenstellt und als Download verfügbar macht.
Der Autor der Slax, Tomas M., hat sich nun zwei EeePCs zugelegt und folglich für den EeePC passende Treiber für Wifi, Ethernet usw. integriert – zumindest der EeePC 900A läuft damit weitgehend “out of the box”. Für die deutsche Lokalisierung der Slax benötigt man noch die Dateien german.lzm (kommt ins Verzeichnis /slax/base) und initrd.gz (damit überschreibt man die entsprende Datei in /boot). Die Bildschirmauflösung passt, Änderungen im laufenden Betrieb werden in /changes auf dem Stick gespeichert. Die ACPI-Unterstützung (etwa für Wifi an/aus über die Fn-Tastenbelegung) ist so noch nicht funktionsfähig, mit den Treibern aus diesem Paket läuft es nur mit ein paar Macken, hier ist noch etwas Nacharbeit erforderlich. Wer Spaß an der Slax und ihrer Modularisierung gefunden hat, kann sich je nach Anzahl vorhandener USB-Sticks diverse Versionen für spezielle Einsatzzwecke zusammenbauen. Und der Screenshot (Zur Vergrößerung hier klicken), Slax mit KDE 3.5.10, WLAN Assistant und den (z.T. offenen) Access Points der Nachbarschaft.

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2 Jahre hat es gedauert, nun liegt nach der letzten “offiziellen” Version von 2007 die PCLinuxOS 2009.1 in der Endfassung vor. Als Desktop kommt KDE 3.5.10 zum Einsatz, da man die bisherige Funktionalität (Konfig-Tools wie das aufgebohrte Mandriva-Controlcenter) unter KDE4 nicht in der gleichen Weise nachbilden konnte. KDE4 wird zu einem späteren Zeitpunkt über die Repositories erhältlich sein. Ebenfalls als Download erhältlich ist eine Version mit Gnome 2.24.3.
Diverse Live-CDs setzen inzwischen auf der PCLinuxOS auf, sodaß in nächster Zeit eine ganze Reihe von “Remastered Versions” zu erwarten sind. Persönlicher Favorit ist die SAM Linux mit deutscher Lokalisierung und Xfce als Desktop. Die PCLOS 2009.1 bietet erstmals ein eigenes GUI-Tools namens mklivecd GUI an, das den Prozeß des “Remasterns” erleichtern soll. Somit dürften wir auch bald deutsche Sprachunterstützung auf der Live-CD haben – für die Festplatteninstallation lassen sich die Sprachpakete wie gehabt über die Repositories online nachladen.
Wer bestimmte SATA-Laufwerke bzw. -Controller verwendet, bekommt beim Bootvorgang ein paar Probleme. Offenbar tritt hier wieder der Bug im verwendeten 2.6.26er Kernel auf, der schon bei diversen Debian- und Ubuntu-Ablegern nervte (was mit einem aktuelleren Kernel dann behoben wurde): Die PCLOS Live-CD findet beim Booten das eigene Squashfs-Image nicht mehr. Screenshots kommen später.
Die beliebte Live-CD mit tausenden von Hackertools ;-) geht in die nächste Runde. Als Unterbau wird nicht mehr Slax verwendet, sondern “Debian Core” mit Einbindung der Ubuntu-Repositories. Davon verspricht man sich bei festen Installationen eine schnellere Bereitstellung von Sicherheitsupdates, zum anderen hat man mit der BackTrack nun eine “richtige” Distribution mit zusätzlichen Backtrack-Repositories. Update: Obwohl die CD/DVD nun auf Ubuntu 8.10 basiert, findet sich unter “BT4″ nach wie vor die Struktur der Slax mit den Verzeichnissen “modules” und “optional” – aus dem Verzeichnis “base” werden beim Booten nach wie vor die BT-Core-Module geladen, was eine interessante Konstruktion sein dürfte. Das Tool deb2lzm deutet an, daß aus Debian-/Ubuntu-Paketen (deb) lzm-komprimierte Pakete gebaut werden, die dann wie bei der Slax beim Start oder während der Laufzeit hinzugeladen werden können. Damit hat man weiterhin die Möglichkeit, bequem eigene Module auf dem USB-Stick ablegen und integrieren zu können.

(Auf das Bild klicken zur vergrößerten Darstellung – im neuen Fenster) Unter der Haube hat sich also sehr viel verändert, hinzu kommen sehr viele Aktualisierungen diverser Tools, Kernel 2.6.28.1 mit besserem Hardwaresupport, KDE 3.5.10 und Fvwm 2.5.26, Maltego (einem Data Mining Tool aus dem Forensik-Bereich in einer speziellen Community-Version) u.v.m. Aufgrund der Größe von rund 850 MB erhält man nun eine Live-DVD. Mehr in den Release Notes und auf der Download-Seite. Einige nützliche Hinweise erhält man auch im BackTrack-Livecd-Blog. Das nette Original-Hintergrundbild der BackTrack4 gibt es auch in der Wallpapersammlung auf der Tuxpost-Hauptseite.
Bei der Installation auf einem USB-Medium (Stick oder Platte etc.) folgt die BackTrack dem bisherigen Schema der Slax rsp. der BackTrack 3: Der Inhalt des ISOs wird komplett auf den USB-Stick kopiert. Anschließend führt man im Verzeichnis “boot” das Skript bootinst.sh (Linux) bzw. bootinst.bat (Windows) aus, was den Stick bootfähig macht (mittels syslinux). Vorsicht: Beim Aufruf des Skripts sollte man sich auch tatsächlich in demselben Verzeichnis befinden, da die aktuelle Partition, auf der man sich befindet, mit dem Bootloader präpariert wird. Und das sollte bei Win-Usern dann nicht C:\ sein…
Am tree-Output sieht man sehr schön die Struktur der DVD:
/media/BACKTRACK4/
|-- boot
| |-- bootinst.bat
| |-- bootinst.sh
| |-- chain.c32
| |-- dos
| | |-- bt4.bat
| | |-- config
| | |-- linld097.com
| | `-- readme.txt
| |-- initrd.gz
| |-- isolinux
| | |-- isolinux.bin
| | |-- isolinux.boot
| | `-- isolinux.cfg
| |-- liloinst.sh
| |-- msramdmp.c32
| |-- mt86p
| |-- pxelinux.cfg
| | |-- default
| | |-- dnsmasq
| | |-- pxelinux.0
| | |-- start
| | `-- web
| | |-- conf
| | | |-- modules.conf
| | | |-- monkey.conf
| | | |-- monkey.deny
| | | `-- monkey.mime
| | |-- monkey
| | `-- start
| |-- splash.initrd
| |-- syslinux
| | |-- ldlinux.sys
| | |-- lilo
| | |-- mbr.bin
| | |-- syslinux
| | |-- syslinux.cfg
| | |-- syslinux.com
| | `-- syslinux.exe
| |-- vesamenu.c32
| `-- vmlinuz
|-- boot.images
| `-- no_emul.00
`-- bt4
|-- base
| |-- bin.lzm
| |-- etc.lzm
| |-- home.lzm
| |-- lib.lzm
| |-- opt.lzm
| |-- pentest.lzm
| |-- root.lzm
| |-- sbin.lzm
| |-- usr.lzm
| `-- var.lzm
|-- license
|-- livecd.sgn
|-- make_iso.bat
|-- make_iso.sh
|-- modules
|-- optional
|-- rootcopy
`-- tools
|-- activate
|-- deactivate
|-- deb2lzm
|-- dir2lzm
|-- liblinuxlive
|-- lzm2dir
|-- mksquashfs
|-- tgz2lzm
|-- unsquashfs
`-- win
|-- config
|-- cygwin1.dll
`-- mkisofs.exe
Damit läßt sich die BackTrack 4 auch bequem auf dem EeePC starten, beim 701 sieht der Desktop dann so aus:

(Auf das Bild klicken zur Vergrößerung, im neuen Fenster). Die Netzwerkumgebung muß hier wie dort von Hand gestartet werden mit ifup eth0 etc. Eingeloggt wird übrigens als:
user: root
Paßwort:toor
[Update] In der Backtrack 4 Finale Release hat sich am Unterbau nochmal einiges geändert, s. Backtrack 4 Final freigegeben vom 12.1.2010. Die v4 beruht nun komplett auf Ubuntu, wobei sämtliche Repositories vom BackTrack-Server verwaltet werden.
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