Unschöner Kalender-Bug in ownCloud 5.0.0

Samstag, 23. März 2013

OwnCloud ist eine Groupware mit zusätzlichem Dateiverwaltungsteil (um das Buzzword Private Cloud zu vermeiden). Der Entwicklungsschwerpunkt liegt derzeit bei der Dateiverwaltung, bei der man mittels Sharing und ggf. Zusatzsoftware etwas ähnliches wie Dropbox aufbauen kann (rsp. demnächst können soll).  OwnCloud läßt sich neben dem eigentlichen Core (PHP) mit diversen Modulen erweitern, hierzu gehören Kalender, Adressbücher etc. Die Community-Version ist derzeit noch weitgehend identisch mit der kommerziellen Variante.

Der ownCloud-Kalenderteil baut auf der CalDAV-Implementierung von SabreDAV auf. Was auch heißt, daß Bugs mit übernommen werden. In der aktuellen Community-Version 5.0.0 hat der Kalender einen sehr unschönen Bug: Sonderzeichen wie Kommas und Hochkommas werden doppelt maskiert, sodaß in den meisten Kalenderprogrammen, die mit ownCloud synchronisieren, jeweils ein \, oder \“ als normaler Text verbleibt. Das betrifft leider nicht nur neue Einträge, sondern alle bereits vorhandenen Kalendereinträge werden auf diese Weise verunstaltet.

An einem Fix wird laut ownCloud-Forum wohl gearbeitet, bis dahin sollte man ein Upgrade zwingend vermeiden. Ansich ist ownCloud eine feine Sache. Wenn Apache und MySQL installiert sind, läßt sich die Groupware in 10 Minuten installieren und synchronisiert via CardDAV- und CalDAV-Protokoll mit diversen Kalenderprogrammen ohne größere Probleme.

[Update] Die OwnCloud-Versionen 5.0.1 und 5.0.2 sind komplett verbugt, von einer Aktualisierung (und damit vom 5er-Zweig) wird dringend abgeraten, s. Heise mit Verweis auf das OwnCloud-Forum.

Interessant und lehrreich zugleich 2

Donnerstag, 23. Juni 2011

Software, neu und Updates

  • Auch für die Linux-Version des unter Windows sehr beliebten (Shareware-)Editors UltraEdit werden nun erstmals Update-Gebühren fällig in der bei IDM üblichen Höhe von jährlich 30 USD. Damit einhergehen dürfte auch der unsägliche Online-Aktivierungszwang. Nun ist es nicht so, daß man inzwischen auch unter Windows keine Alternativen dazu hätte, zumal die bisherigen UEX(Linux)-Versionen eher Beta-Charakter hatten und nur einen Teilbereich der Funktionen der Windows-Version abdeckten. Ich bin gespannt, wieweit man diese Preispolitik auch für die Linux-Version treiben kann – so prall ist das Tool nicht. (Update auf 2.2.0.5)
  • Sabayon 6 freigegeben, eine auf Gentoo basierende Live-DVD mit Installationsoption. Diesmal hat man Gnome 3 vorsichtshalber noch weggelassen, „providing a broken user experience has never been in our plans“. Kernel 2.6.39.1 mit optimierten Kerneln im Repository, LibreOffice 3.3.3, GNOME 2.32.2 und KDE 4.6.4 – es gibt unterschiedliche DVDs mit jeweils KDE oder Gnome. Sabayon ist bekannt für ein ziemlich rundes System, aktuelle Software (auf DVD und im Repository) sowie ein recht „ansehnliches Äußeres“. Also „einfach schick“.
  • Als die Slax, eine modulare, auf Slackware basierende Live-CD, in der Entwicklung doch arg stagnierte, hatten einzelne Anwender „custom“-Versionen entwickelt mit aktualisierter Software und integrierten  und aktualisierten Modulen. Daraus ist nun ein Fork namens Porteus entstanden, von dem es aktuell eine Version 1.0 gibt. Als Kompressionsmethode wird jetzt LZMA2 verwendet, womit alte Module nicht mehr laufen und neu gebaut werden müssen. Die 32bit-Version enthält Trinity KDE-3.5.12, die 64bit-Version KDE-4.6.4. Programmbasis ist Slackware 13.37. Per Skript lassen sich übrigens Slackware-Pakete recht einfach ins benötigte Modulformat (xzm) umwandeln. Bei installierter Slax/Porteus auf dem USB-Stick (Live-Modus mit persitent mode) kopiert man die Module einfach ins Verzeichnis /modules und ergänzt so sein Live-Medium.
  • Nach reichlich Hauen und Stechen im eGroupware-Projekt hatten diverse Entwickler ein komplett neues Groupware-Projekt namens Tine auf die Beine gestellt, das recht heftig Gebrauch von „modernen Webtechniken“ macht. Die Entwicklung geht erstaunlich schnell: Die gerade veröffentlichte Version 2011-05 „Maischa“ ermöglicht die Integration von „Third party applications“ und Verbesserungen in diversen Bereichen. Als Zielgruppe dürften sich besonders Firmen angesprochen fühlen, die hier ein Zeiterfassungs- und CRM-Modul vorfinden sowie die üblichen Kalender-, Adreß- und Mailanwendungen. Einzelne Einträge lassen sich untereinander verlinken, sodaß man bspw. eine Kontakthistorie erhält – soviele Groupware-Anwendungen gibt es nicht, die so etwas ermöglichen, meist hat man nur einen simplen Kalender. Tine gehört mittlerweile zu den wenigen (brauchbaren) Groupwarelösungen, die man vom Umfang her auch auf normalem Webspace betreiben kann (ob man das sollte, ist eine andere Frage). Von der aktuellen Version gibt’s auch eine Live-Demo.

Groupware Tine 2.0 Leonie (2009/07) Beta freigegeben

Donnerstag, 25. Juni 2009

Tine ist eine Abspaltung des eGroupware-Projekts mit dem Ziel eines kompletten Rewrites. Über die Zielsetzung und erste (erstaunliche) Ergebnisse hatte ich im Februar bereits etwas geschrieben. Mittlerweile sind in der aktuellen Beta (die offizielle stabile Version soll in ca. 3 Wochen kommen) neben dem bereits bekannten Adreßbuch ein Webmail-Modul und der Kalender integriert. Wer gerade den Linux-Tag in Berlin besucht, kann sich die Trunk-Version auch live ansehen (Halle 7.2a Stand 102a), Interessenten bekommen eine Version mit dem aktuellen Stand auch über SVN oder als Paket im Downloadbereich des Projektes (Beta sowie stabile Version). Eine Demo-Version (der Stable) ist ebenfalls in Betrieb, hier kann man live mit der Anwendung arbeiten. Feedback und Erfahrungsaustausch ist erwünscht und gern gesehen im Forum. Frohes Testen.

[Update] Inzwischen ist die Beta 2 freigegeben worden, die bereits alle features der finalen version beinhaltet incl. Kalender, ActiveSync etc.

Groupware Tine 2.0 2009-02 Beta veröffentlicht

Freitag, 13. Februar 2009

Das Tine-Projekt entstand als Abspaltung des eGroupware-Projektes. Nun wird so mancher wieder aufstöhnen: Schon wieder einer dieser sinnfreien Forks, ist das langweilig. Gemach, gemach. ;) Schwer genervt von der offenbar unwartbaren Codebasis von eGroupware (die wiederum diverse Altlasten des Ursprungsprojektes phpGroupware mit sich herumschleppt) und nach ein paar unschönen Szenen innerhalb des alten Projektes, entschloß man sich zu einem kompletten Rewrite. Man macht nun heftigen Gebrauch von Javaskript, ExtJS und JSON, womit die Generierung des User-Interfaces auf die Clientseite verlagert wird und der Server nur noch (weitgehend) die Daten schickt.

Ursprung und Zielsetzungen des Projektes sind im Tine-Wiki beschrieben, und innerhalb der kurzen Zeit (seit ca. Juni 2008) hat man so allerhand auf die Beine gestellt. Benutzbar ist inzwischen das Adreßbuch, ein CRM-Modul und in der aktuellen Beta ein firmenweites Zeiterfassungstool. Die Beta gibt es als Download von der Projektwebseite, eine aktuelle Online-Demo lädt zum Spielen ein und vermittelt einen ersten Eindruck der bis jetzt verfügbaren Module. Bei dem Tempo darf man vielleicht bald auf eine Kalenderanwendung hoffen, die ggf. Verknüpfungen zum Adreßbuch zuläßt, und wenn dann noch eine Synchronisierungsfunktion bzw. eine saubere Importmöglichkeit externer Daten entwickelt wird, wäre das Tool für meinen Bedarf komplett. ;)