aptosid-Fork Siduction released

Sonntag, 01. Januar 2012

Das neue Jahr hat kaum begonnen, schon legen zwei der interessantesten Distributionen ein erstes Final Release vor.

Aptosid entstand als Fork von Sidux auf Basis von Debian Unstable (Sid). Grund für den Fork waren diverse Umstimmigkeiten zwischen dem Sidux e.V., der als Organisation die Distribution incl. Ressourcen getragen hat bzw. trägt, und den Entwicklern sowie der Streit um einige Merkwürdigkeiten bei der Verwendung von Geldmitteln. Das aktuelle Aptosid-Release 2011-03 hat einen sehr aktuellen Sync vom 31.12. mit Debian-Sid und enthält dazu tonnenweise Anpassungen, Skripte und ein eigenes Repository, um das Gesamtkunstwerk stabil am Laufen zu halten. Entsprechend empfiehlt sich ein häufiges Systemupdate. Wer sich mit Linux halbwegs auskennt und auch gelegentliche Hänger, die der Aktualität von Debian Unstable geschuldet sind, notfalls selbst flicken kann, erhält mit der Aptosid ein prima System.

Aptosid
Abb.: Aptosid 2011-03 mit KDE. Auf das Bild klicken zur vollen Größe (im neuen Fenster, 1024x768px)

Auch bei Aptosid gab es nach einer Weile Streit, diesmal zwischen den Hauptentwicklern und der Community, der auf relativ unschöne Weise im dortigen Forum ausgetragen wurde und in einem erneuten Fork namen Siduction endete. Ein Blog-Eintrag Warum wir aptosid forken gibt eine kurze Übersicht über die Motivation, die die dortigen Entwickler zu diesem doch sehr arbeitsintensiven Vorhaben trieb, um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber „wir sind euer freundlicher aptosid Fork 2011“ (ebd.) hört sich schon einmal sehr gut an! Vielleicht wird deshalb in manchen Firmen nur ungern ein reiner Techniker als Supporter auf die Kunden losgelassen, hier besichtigen wir dann womöglich die Auswirkungen, falls es doch einmal geschieht. ;-)

Siduction
Abb.: Siduction 2011.1 mit KDE. Auf das Bild klicken zur vollen Größe (im neuen Fenster, 1024x768px)

Aptosid released ein kombiniertes i386/amd64-Imgage mit KDE als Standard-Desktop (2 GB ISO) sowie ein schmales 500 MB-ISO mit Xfce 4.8. Siduction hat je nach Architektur getrennte ISOs, dafür jedoch Live-CDs mit LXDE-Desktop sowie DVDs (950 MB-ISOs) mit KDE- und Xfce-Desktop.

Downloadlinks jeweils auf den Projektseiten, wer dafür keine Lust hat, bekommt die gebrannten ISOs als CD-R/DVD-R auch hier im Tuxpost-Shop für jeweils 3 bis 4 Euro zzg. 2 Euro Versandpauschale: Aptosid und Siduction auf Verbatim-DVD-Rs.

Aus TWiki wird der NextWiki Fork

Freitag, 31. Oktober 2008

Wie macht man aus Open Source Software ein „Business Modell“? So jedenfalls nicht. Von einem Tag auf den anderen sperrte Peter Thoeny, Gründer des bekannten perl- und dateisystembasierten Wikis TWiki, die Community aus und machte als weitere Zugangsbedingungen zu den Servern die Zustimmung zu einer „Twiki Charter“ und einem „Code of Conduct agreement“ abhängig. Dahinter steht Thoenys vor einem Jahr gegründete Firma twiki.net, die das Wiki kommerziell vermarkten und in Richtung „Web 2.0“ sowie „Enterprise Collaboration System“ aufbohren will. Federführend mit „Weisungsbefugnis“ im weiteren Entwicklungsprozeß soll danach die Fa. twiki.net sein. Ungeschickt läßt grüßen, da sich die Entwickler das nicht bieten ließen und mit NextWiki.org (wahrscheinlich) an einem Fork arbeiten – den aktuellen Stand mit allen Neuigkeiten kann auf deren Website nachlesen. Wie der Entwickler Michael Daum schreibt, hat Thoeny trotz „Venture Capital“ nicht die Kapazitäten, das Projekt allein weiterzuführen.

TWiki ist ein auf Perl aufbauendes Wiki, das sämtliche Daten im Dateisystem als Plain Text ablegt. Es ist modular erweiterbar und insbesondere erste Wahl, wenn man zusätzlich zu den Artikeln noch Anhänge rsp. Dateien aller Art ablegen will.

Links: Slashdot, Pro-Linux, WikiRing Blog (Michael Daum), Nextwiki, TWiki.org.

[Update] Inzwischen nennt sich der Fork Foswiki.