eBooks erstellen mit Jutoh

Freitag, 28. Oktober 2011

Jutoh ist eine Shareware (28 Euro plus MwSt) zum Erstellen eigener eBooks, geschrieben mit dem wxWidgets-Toolkit und erhältlich für Linux, Mac OS und Windows. Da das Tool einen eigenen Editor hat, kann man entweder selbst den Text in Jutoh erstellen, Grafiken und Querverweise einfügen etc. oder man importiert ein komplettes Projekt aus den Formaten odt (LibreOffice/OpenOffice), einem vorhandenen epub, html-Dateien u.v.m. Durch die Einbindung von Amazons „kindlegen“ ist auch die Konvertierung nach Mobipocket und die (ggf. kommerzielle) Verbreitung über Amazon problemlos möglich – oder man schiebt die fertige mobi-Datei einfach via USB auf das Kindle-Lesegerät.

Jutoh Screenshot

Abb.: Jutoh Screenshot mit geöffnetem Buchprojekt (auf das Bild klicken zur größeren Ansicht, im neuen Fenster)

Jutoh BookDer Programmautor Julian Smart hat nun ein Buch „Creating Great Ebooks Using Jutoh“ veröffentlicht – frei erhältlich als PDF, odt und diversen eReader-Formaten, das die Erstellung von eBooks aus Jutoh heraus beschreibt und auch auf die Besonderheiten beim Erstellen von eBooks eingeht. Das Buch und die Software selbst kann ich sehr empfehlen. Das Buch selbst ist zuerst in Jutoh verfaßt worden – was erstaunt, da die PDF-Version absolut druckreif erscheint. Hätte auf Open-/LibreOffice als Ausgangsquelle getippt und dann auf den Import in Jutoh.

Die Shareware hat die übliche Testzeit von 30 Tagen, danach wird der einmalige Obolus fällig. Der Support durch den Programmautor ist hervorragend – bei Problemen wird schon einmal eine gefixte/erweiterte Version der werten Nutzerschaft binnen eines Tages zur Verfügung gestellt. Was ist nun der Unterschied zur Umwandlung eines bestehenden Projekts durch bspw. Calibre? Das Feintuning, das man dem Endergebnis zukommen läßt sowie die diversen Zusatzfunktionen – von internen Querverweisen bis zu den diversen Optionen zur Verarbeitung und Erzeugung des Outputs.

[Update] Inzwischen ist der Advanced Bash Scripting Guide von Mendel Cooper (als eBook/epub für den Eigenbedarf – keine offizielle Version!) soweit präsentierfähig, daß er hier im Blog unter Downloads – eBooks zur Verfügung steht einschließlich der Jutoh-Projektdatei.

eBook POP3 und IMAP im Sonderangebot

Freitag, 12. September 2008

MailDas Handbuch „POP3 und IMAP. Mailserver mit Courier und Cyrus“ von Peer Heinlein und Peer Hartleben aus dem Open Source Press Verlag, das hier bereits an anderer Stelle empfohlen wurde, ist beim Verlag das „E-Book des Monats September“. Was den Vorteil hat, daß es im September (!) nicht knapp 40 (für die Printversion, ca. 35 Euro bisher für die elektronische Version), sondern nur noch 9,95 Euro kostet. Die DRM-Restriktionen halten sich erfreulicherweise in engen Grenzen. Wer eine kompetente Hilfestellung beim Aufsetzen und der Verwaltung von IMAP-Servern sucht, sollte dringend zugreifen – günstiger geht’s nicht mehr.

Update: Als einzige DRM-Einschränkung wird ein durchgehendes Wasserzeichen mit dem Namen und der Mailadresse des Bestellers generiert. Tipp an den Verlag, daß man dies auch etwas dezenter gestalten könnte, da der recht große Schriftzug auf einigen Seiten den Text unschön überdeckt. Für 10 Euro nimmt man das noch in Kauf, für den Originalpreis von geschätzten 33 Euro allerdings nicht.

Bei der Gelegenheit darf man auch gleich auf zwei weitere Standardwerke zum Thema hinweisen, die in jeweils aktualisierter Form vorliegen und sich mit dem MTA (Mail Transport Agent) Postfix beschäftigen. Das Buch von Peer Heinlein Das Postfix Buch. Sichere Mailserver mit Linux vom Open Source Press Verlag hat inzwischen einen Umfang von über 700 Seiten und die dritte Auflage erreicht. Daneben ist noch das auch auf Deutsch vorliegende Werk von Ralf Hildebrandt und Patrick Koetter sehr zu empfehlen: Postfix: Einrichtung, Betrieb und Wartung. Kostenpunkt zwischen 44 und 46 Euro, also im für diese Thematik üblichen Rahmen (jeweils Amazon-Links).

  • [2007,book] bibtex
    Heinlein, P., & Hartleben, P. (2007). POP3 und IMAP. Mailserver mit Courier und Cyrus Open Source Press.
    @BOOK{ heinl07, title = {POP3 und IMAP. Mailserver mit Courier und Cyrus},
      publisher = {Open Source Press},
      year = {2007},
      author = {Peer Heinlein and Peer Hartleben}
    }
  • [2008,book] bibtex
    Heinlein, P. (2008). Das Postfix-Buch. Sichere Mailserver mit Linux (3 ed.) Open Source Press.
    @BOOK{ heinl04, title = {Das Postfix-Buch. Sichere Mailserver mit Linux},
      publisher = {Open Source Press},
      year = {2008},
      author = {Peer Heinlein},
      edition = {3}
    }
  • [2008,book] bibtex
    Hildebrandt, R., & Koetter, P. (2008). Postfix: Einrichtung, Betrieb und Wartung (2 ed.) dpunkt Verlag.
    @BOOK{ hil08, title = {Postfix: Einrichtung, Betrieb und Wartung},
      publisher = {dpunkt Verlag},
      year = {2008},
      author = {Ralf Hildebrandt and Patrick Koetter},
      edition = {2}
    }

Abmahnungs-Wegweiser als kostenloses eBook

Montag, 25. August 2008

Ersetzt zwar keinen Rechtsanwalt, bietet aber eine erste Orientierung über die Pest im Netz: Der Abmahnungsmasche als Geschäftsmodell. Herausgegeben von der Initiative Abmahnwahn-Dreipage, dem Verein gegen den Abmahnwahn e.V. und dem RA Dr. Alexander Wachs liefert das eBook „in einer auch dem juristischen Laien verständlichen Sprache Informationen über Abmahnungen und Haftungskonstruktionen“ (Heise). Das PDF gibt es in drei Versionen: Die kostenlose Variante ist nicht druckbar, gegen Zahlung von 5 Euro wird die Drucksperre aufgehoben und man bekommt ein PDF per Mail mit klickbaren Links. Die dritte erweiterte Variante gibt es beim Rechtsanwalt Wachs mit spezieller Lizenz. Link

Amazons eBook-Reader Kindle in der NYT

Mittwoch, 28. November 2007

KindleDie New York Times vom 22.11.2007 bringt eine längere Besprechung von Amazons neuem eBook-Reader „Kindle“, der (im Moment?) nur für den amerikanischen Markt konzipiert ist und den Rezensenten zunächst an einen Commodore 64 erinnerte. Das Prinzip von Kindle baut auf Sonys „E Ink“-Technologie auf: Im Gegensatz zu herkömmlichen PDAs wird Energie nur zum Umblättern der „Seiten“ oder der Navigation im Dokument sowie für die WLAN-Verbindung verwendet, das spezielle Display speichert immer den jeweils aktuellen Zustand. Frisches Futter wie eBooks oder eigene Dokumente lassen sich via WLAN downloaden oder per USB vom PC übertragen – online aus dem Amazon-Shop oder über eine spezielle Kindle-Email-Adresse, für die Amazon aber gesondert zur Kasse bittet (mit 10 Cent pro E-Mail). Um die Kunden via WLAN bei der Stange zu halten, ist Amazon mit Sprint einen Deal eingegangen, demzufolge Netzzugriffe von Kindles kostenlos erfolgen. In welchem Format die eBooks vorliegen wird zwar nicht angegeben, jedoch dürfte es sich angesichts der Masse an verfügbaren Büchern um PDF handeln. Preislich liegt das Teil bei reichlich absurd erscheinenden 400 US-Dollar.

Alles schon einmal dagewesen, und Sony ist mit einem ähnlichen Modell, ähnlichem Preis und proprietärem Format der eBooks mit restriktivem DRM (Digital Rights Management) auf breiter Front gescheitert, jedoch verspricht sich Amazon durch die Einbeziehung von mehr Verlagen, mehr oder weniger attraktiven Preisen für die eBooks, abgestimmter Software für den unproblematischen Kauf der eBooks (bei Amazon!) über WLAN und vor allem dem günstigen Bezug von Tageszeitungen im speziellen elektronischen Format (PDF?) ein nettes Geschäft. Was dabei auffällt sind die moderaten Preise für die Tageszeitungen. 14 USD für die NYT, 15 USD für Le Monde etc. Angesichts der Mondpreise für die reinen Online-Zugänge hiesiger Tageszeitungen (20 Euro Süddeutsche, 25 für die FAZ) dürfte es hierzulande mehr als schwierig werden, in diesem Bereich ein zusätzliches rsp. alternatives Geschäft aufzuziehen.

Und angesichts des Preises von 400 USD (das wäre dann erfahrungsgemäß auch der Preis in Euro, falls der Kindle hier auf den Markt käme) für ein Gerät, das neben dem Lesen von Dokumenten nur noch einen ziemlich lausigen Webbrowser hat und sonst nichts weiter kann, darf man gespannt sein auf die weitere Preisentwicklung beim Kindle. Mit oder ohne SIM-Lock, quersubventioniert von den darbenden Tageszeitungen, die auch dieses Geschäftsmodell wieder verbocken.