Aus Sidux wurde aptosid – erstes Release 2010-02

Dienstag, 14. September 2010

Nach dem Hauen und Stechen zwischen dem Sidux e.V. und der Entwicklergemeinschaft – neben diversen persönlichen Animositäten ging es auch um finanzielle Merkwürdigkeiten beim e.V. – liegt mit der am 14. September veröffentlichten aptosid 2010-02 und einer neuen Projekt-Website eine Fortführung des Sidux-Projektes (ohne den e.V.) unter neuem Namen vor. Da der Sidux e.V. die Namensrechte an „Sidux“ hält, machen die Entwickler unter dem Namen „aptosid“ eigenständig weiter.

„aptosid is a full featured Debian sid based live CD with a special focus on hard disk installations, a clean upgrade path within sid and additional hardware and software support. The ISO is completely based on Debian sid, enriched and stabilized with aptosid‘ own packages and scripts.“

aptosid ist ein aktuelles und recht stabliles Debian Sid mit Modifikationen, Skripten und distributionseigenen Tools mit KDE als Standard-Desktop und deutscher sowie englischer Lokalisierung „out of the box“, als Live-CD- (KDE lite) und DVD-Version (KDE full) sowie als schmale Xfce-Live-CD. Die aptosid 2010-02 kommt mit KDE 4.4.5, Kernel 2.6.35.4 (smp, hard preemption), Support für diverse WLAN-Karten und -sticks u.v.m. Die 2010-02 basiert auf Debian Sid mit Stand vom 13.9.2010.

Die alte Sidux-Seite hat noch einen Beitrag zum Upgradeprozeß von Sidux nach aptosid.

Eeebuntu wechselt Basis von Ubuntu nach Debian Unstable

Dienstag, 20. Oktober 2009

Die beliebte Distribution für Netbooks, Eeebuntu, wechselt mit der kommenden Eeebuntu 4.0 die Basisdistribution. Die aktuelle Version 3.0.x basiert noch auf Ubuntu 9.04. Allerdings war es nach Aussage der Entwickler immer schwieriger und wird es mit der Ubuntu 9.10 noch viel schwieriger sein, Ubuntu in angepaßten Varianten anzubieten und mit den ständigen Änderungen Schritt zu halten (besonders dann, wenn man den Fokus auf eine bestimmte Hardware legt). Der Wechsel auf Debian Unstable bringe hier eine größere Flexibilität.

Was auch bedeutet, daß man ein eigenes größeres Repository pflegen muß. Neben der Netbook-Version soll auch eine eigene Desktop-Variante entwickelt werden. Man hat sich also viel vorgenommen (via Pro-Linux.de).

Sidux 2009-2 „Aether“ freigegeben

Mittwoch, 15. Juli 2009

Die beliebte Live-DVD Sidux ist in einer neuen und aktualisierten Fassung 2009-02 „?????“ freigegeben worden. Schwerpunkt ist diesmal neben der Treiberei für diverse WLAN-Karten die Integration von KDE 4.2.4, als Kernel verwendet man 2.6.30, was wiederum Anwender mit aktueller Hardware erfreuen wird. Sidux basiert auf Debian Sid aka unstable, und damit einem vor lauter experimentellen Paketen (die bei Debian aber schon recht „stable“ sind) die Distribution nicht um die Ohren fliegt, verwendet man in Teilen ein eigenes Repository sowie diverse Skripte, die alles konfigurieren. Erhältlich als kombinierte Live-DVD für i686 und amd64, ebenfalls erhältlich ist eine Live-CD mit XFce als Standard-Desktop. Der Screenshot zeigt diese CD mit XFce und aufgeklapptem System-Menü:

Sidux XFce

(Auf das Bild klicken zur Vergrößerung, öffnet im neuen Fenster)

Sidux entstand zu Urzeiten aus einer Abspaltung von Kanotix (das wiederum auf Knoppix basierte, welches wiederum auf Debian Sid usw. usf…), hat mit diesem aber nicht viel mehr als die Herkunftsgeschichte gemein. Beim Brennen des ISOs (DVD oder CD-R) sollte man erfahrungsgemäß eine sehr niedrige Brenngeschwindigkeit wählen, da die Daten stark komprimiert sind und es beim Betrieb von CD-R sonst zu Lesefehlern kommen könnte.

Debian 5 Lenny auf dem EeePC 900A

Samstag, 28. März 2009

EeePCBeim EeePC 900A handelt es sich um das preiswerteste Modell ohne Festplatte, in der Linux-Version mit 8 GB großem Flashspeicher (SSD) und 1 GB RAM. Bei Amazon wird es inzwischen (bei wechselnden Tagespreisen) ab 200+x Euro angeboten. Man könnte es kurz machen und nur sagen: Läuft. ;) Ob via USB-Stick mit 16 MB großem Netboot-System oder mit externem USB-CD-Laufwerk und allen 5 DVDs in der Hinterhand: Die nötigen Treiber für den EeePC werden bei der Installation gefunden, Wifi läßt sich mit den ACPI-Skripten für den EeePC an- und vor allem wieder ausschalten (ein Problem, mit dem übrigens die Easy Peasy 1.0 zu kämpfen hat), und auch die etwas verquere Bildschirmauflösung von 1024×600 wird tadellos eingestellt, sogar mit passender Schriftgröße.

Einziges (bekanntes) Problem der Lenny ist die externe SDHC-Karte, falls hier nach der Installation Dateisysteme liegen sollten, die beim Bootvorgang automatisch eingebunden werden sollen und in der /etc/fstab entsprechend eingetragen sind. Es wird dann versucht, beim Booten die Verzeichnisse auf der SDHC-Karte zu mounten, obwohl die Treiber für diese Hardware erst kurze Zeit später geladen werden. Man findet sich dann in der Shell wieder und kann diese mit Ctrl-D verlassen, worauf der weitere Bootvorgang normal durchläuft. So ganz das Wahre ist dies jedoch nicht. Man kann sich mit einer Änderung in der fstab behelfen, indem man die problematischen Verzeichnisse auf noauto stellt und den Mountbefehl etwa in die /etc/rc.local verlagert. Das nützt jedoch nichts, wenn man auf die externe Karte etwa die Homeverzeichnisse oder gar /var ausgelagert hat. Also auf zum schweren Geschütz.

Ein Hinweis auf der Debian-EeePC-Enwicklermailingliste führte schließlich zum Ziel. Sinngemäß werden dem initramfs des Kernels die passenden USB-Treiber hinzugefügt, worauf sie bereits bei der Initialisierung des Systems zur Verfügung stehen. Dazu erweitert man die Datei /etc/initramfs-tools/modules um die Einträge

usbcore
usb-storage

Anschließend muß man die Datei initramfs neu generieren und gibt mit Root-Rechten den Befehl update-initramfs -u ein (oder ggf. update-initramfs -u -k all). Das war’s schon und hat auch nicht weh getan. Vorher ein Backup von wichtigen Datendateien machen… Tipps zu Lenny und dem EeePC finden sich auch im Debian-Wiki.