EeePCLinuxOS ist tot

Sonntag, 28. September 2008

PCLOSEine der vielversprechendsten Distributionen für Asus‘ EeePC, die EeePCLinuxOS, ist im Betastadium verstorben. Der (einzige) Entwickler wurde nach eigenen Angaben zum Militär eingezogen. Tja, that’s Open Source. ;-) Das ist insofern schade, als diese Distribution und Live-CD unter den Xandros-Alternativen die einzige KDE-zentrierte war – die beiden Ubuntus und die Eeedora setzen auf Gnome und den Netbook Remix von Ubuntu. Zudem sollte die Final Release auf einer stabilen PCLOS aufbauen, die in diesem Herbst (theoretisch) erscheinen sollte. Wollen wir hoffen, daß die bisherige Arbeit in die Hauptdistribution einfließen wird.

Ubuntu EEE 8.04.1 Final erschienen

Samstag, 06. September 2008

UbuntueeeEine angepaßte Ubuntu-Distribution für den EeePC Ubuntu EEE ist in der Inkarnation 8.04.1 Final Release erschienen (Screenshot rechts: Ubuntu Eee-Projekt). Ein automatischer Update von der Ubuntu EEE 8.04 zur 8.04.1 ist nicht vorgesehen, da viele Änderungen hardcoded sind und keine Extra-deb-Pakete erstellt wurden. Folglich muß man mit einer „frischen“ Installation starten.

Auch in der neuen Version wird die Asus-Hardware weitgehend unterstützt, diesmal für die Asus EeePCs 700, 900, 900A, 901, 1000 und 1000H . Die wichtigste Neuerung dürfte der modifizierte Kernel von Adam McDaniel sein sowie die Integration diverser Ubuntu-Updates. Leider wird der Netbook Remix, Ubuntus Oberfläche für Mobilgeräte, per default installiert und nicht als zusätzliche (und abwählbare) Option angeboten. Die Netbook-Oberfläche zu entfernen ist dann etwas fummelig, aber laut Projekt-Wiki möglich: How to use Ubuntu Eee 8.04.1’s Regular Desktop mode instead of the Netbook Remix interface.

Schleichwerbung: Die Ubuntu EEE ist übrigens Teil der Distributionssammlung für den EeePC im Tuxpost-Shop.

Slax6 – Slackware Live auf dem EeePC

Freitag, 16. Mai 2008

Die Slax 6.x ist eine modularisierte Live-CD (auch als USB-Version erhältlich) auf der Basis von Slackware 12.1. Modularisiert meint in dem Fall, daß eigene oder zusätzliche Pakete optional zur Laufzeit hinzugeladen werden können. In der Praxis sieht das so aus, daß man in ein bestimmtes Verzeichnis („modules“ oder „optional“) diese Pakete hineinkopiert, woraufhin diese beim Start der Slax automatisch in das System eingebunden werden (unter „optional“ nur nach manuellem Aufruf). Zusätzliche Module erhält man entweder über das Repository der Slax (mit im Moment sehr wenigen Paketen) oder über ein Verzeichnis mit nicht offiziell freigegeben Modulen (möglichst die Kurzbeschreibung lesen…), über NimbleX u.a. Eigene Module lassen sich etwa aus Paketen der Slackware 12.1 erstellen, deren tgz-Format in das Slax-eigene Format mit LZMA-Kompression umgewandelt werden müssen, was aber in der Regel kein großes Drama ist und am Einfachsten auf dem USB-Stick einer laufenden Slax-Installation mit deren Tools (tgz2dir, dir2lzm u.a.) erfolgen kann. Zusätzliche und aktuelle tgz-Pakete neben denen der Slackware 12.1 finden sich etwa auf slacky.eu, Linux Packages und weiteren Seiten. Problematisch wird dies nur, wenn die gewünschten Pakete eine ganze Reihe von Bibliotheken benötigen, die in der Standardinstallation nicht enthalten sind.

Slax6 EeePC

Im Unterschied zur CD-Version speichert die Slax 6 auf dem USB-Stick alle Veränderungen am laufenden System in einem Verzeichnis „changes“. Was den Vorteil hat, daß man bei verkonfiguriertem System nur den Ordner „changes“ löschen muß, um mit einem frischen System neu zu starten.

Wie kommt aber jetzt die Slax auf den Stick und läuft sowas auch auf dem EeePC? Im Prinzip ist die Installation sehr einfach, es reicht auch ein Stick von 1GB Gesamtkapazität. Von der Slax holt man sich das tar-Archiv speziell für die Flashspeicher-Installation, extrahiert das Archiv auf den Stick und führt auf dem Stick im Verzeichnis „boot“ das Skript „bootinst.bat (Windows) oder bootinst.sh (Linux) aus. Damit wird der Bootloader (syslinux) in den MBR des Sticks geschrieben. Falls man ein anderes Dateisystem als FAT32 auf dem Stick hat, nimmt man das Skript liloinst.sh, womit einem allerdings das schicke grafische Bootmenü entgeht.

Für „normale“ PCs war’s das schon, der Stick für den EeePC braucht aber noch einige Ergänzungen. Zunächst die speziellen Treiber für ACPI (Sondertasten etc.), Ethernet sowie den Madwifi-Treiber für den speziellen Atheros-Wlan-Chip. Die ausführliche Anleitung Installing Slax6 on Asus EeePC 701 bei eeeuser.com nennt die Quellen und beschreibt auch die spezielle Konfiguration für den EeePC.

  • Treiber für EeePC von tuxfamily.org (Dank an alisou) holen und in das Verzeichnis „modules“ kopieren (eeedrivers, acpi-eee, xf86-input-synaptics (für Touchpad), dejavu-fonts-ttf, firefox (optional)). wlassistant ist der Wifi-Manager. Hier muß man nach der Installation in der laufenden Slax den Menüeintrag anpassen: Statt „sudo“ trägt man „kdesu“ ein. Alternativ holt man sich aus dem Downloadbereich der Tuxpost ein angepaßtes Modul.
  • xorg.conf anpassen. Den Code im Howto kopieren und die Datei xorg.conf unter /slax/rootcopy/etc/X11/xorg.conf ablegen. Das Verzeichnis „rootcopy“ hat bei der Slax eine spezielle Funktion: Will man bestimmte Dateien des Originalsystems beim Booten überschreiben, bildet man unter /rootcopy den entsprechenden Systembaum nach. Alle dort abgelegten Dateien ersetzen dann die Originalversionen der Slax. Unsere xorg.conf unter /rootcopy/etc/X11/xorg.conf ersetzt also die Slax-Version unter /etc/X11. Wichtig: Damit die Slax beim Start keinen Hardwaretest für den Xserver durchführt, sondern unsere fertige xorg.conf verwendet, muß in den Startparametern unter /boot/slax.cfg der String „xconfig;“ (ohne Tüttelchen) entfernt werden!
  • Shutdown-Skript anpassen. Das Problem haben diverse Distributionen, nämlich daß das System beim Herunterfahren das Gerät nicht sauber abschaltet. Das Problem liegt beim Entfernen des Moduls snd_hda_intel. Unter Punkt 2.4.5 des Howto steht der Code für ein Skript, das man als /rootcopy/etc/rc.d/rc.local_shutdown ablegt. Danach wird der EeePC beim Herunterfahren sauber abgeschaltet.
  • Deutsche Lokalisierung. Von Haus aus ist die Slax im Originalzustand english only. Um eine deutschsprachige Version zu bekommen, holt man sich vom Slax ftp-Server die benötigten Dateien und überschreibt damit die Versionen auf dem Stick (initrd.gz und german.lzm)

Damit wäre der USB-Stick bootbereit für den EeePC, weitere Feinheiten sind im Howto nachzulesen. Im eeeuser-Forum unter „Other Linux Distributions“ findet man stets kompetente Hilfe speziell zur Slax. Zu beachten ist nur noch, daß Wifi von Hand gestartet werden muß mit „ifconfig ath0 up“ auf der Konsole. Wenn man danach den Wlan-Manager startet (mit angepaßtem Menüeintrag, s.o.) sollte man die offenen Access Points der Nachbarschaft sehen.

Bei den derzeitigen Preisen für Flash-Speicher bietet es sich geradezu an, je nach Einsatzgebiet verschiedene spezialisierte Versionen der Slax dabei zu haben. Speziell im Bereich der Forensik und Sicherheitsüberprüfung hat die BackTrack Standards gesetzt. Diese Live-CD, die es auch für den USB-Stick als tar-Archiv gibt, basiert auf der Slax 5.x und unterstützt in der Beta-Version bereits den EeePC. Im Eeeuser-Forum gibt’s einen recht langen Thread zur BackTrack auf dem eee.

EeeUser.com testet den neuen EeePC 900

Montag, 05. Mai 2008

In einem längeren Review beschreibt Eeuser.com die Vorzüge und auch Mängel des 900er EeePC gegenüber dem bisherigen Modell 701. Dank des nun verbauten schwachen 4400mAh-Akkus geht dem 900er erheblich früher der Saft aus. Was einmal an dem größeren Bildschirm, zum anderen an der zweiten SSD-Disk mit 16GB liegt, die im Inneren verbaut wurde. Besserung ist im Moment nicht in Sicht, allerdings dürfte es wohl auf die Art wieder eine Weile dauern, bis der EeePC 900 „normal“ in D zu bekommen ist, mit größerem Akku noch etwas später (Herbst? Weihnachten?).

Eine Verbesserung wurde offenbar durch den Austausch der Controllerchips erreicht, die für Schreib- und Lesezugriffe des Flashspeichers zuständig waren. Den vollständigen Review ebd.