TomTom und der ständige Reboot mit TMC

Sonntag, 11. Oktober 2009

Nach der letzten Kartenaktualisierung vom August hatte das Navigationsgerät TomTom (hier das One 3rd mit DE AT CH) bei eingestöpseltem TMC-Empfänger die unschöne Eigenart, daß nach 30 Sekunden das Gerät rebootete, sodaß Navigation nur noch ohne  Verkehrsfunkempfang Traffic Message Channel (TMC) möglich war. Des Rätsels Lösung liegt an zwei zerschossenen Dateien mit jeweils 0 Byte im Kartenordner des Gerätes. Man entpackt zur Abhilfe aus dem Download-Ordner von TomTom Home bzw. aus der cab-Datei der letzten Kartenaktualisierung die Dateien tmccodes.dat und traffic.dat, kopiert sie ins Kartenverzeichnis des Gerätes und überschreibt damit die defekten Dateien. Damit sollte TMC wieder laufen. Über die Qualität der empfangenen Daten sei hier nichts gesagt. ;) Der Tipp kam aus dem Forum von meintomtom.de.

Rockbox 3.4 alternatives OS für mp3-Player veröffentlicht

Freitag, 25. September 2009

RockboxDie alternative Firmware für eine Reihe von mp3-Playern Rockbox ist in der Version 3.4 veröffentlicht worden. Neben der Beseitigung diverser Bugs gibt es eine bessere Unterstützung von RealMedia-Dateien, eine größere Stabilität bei der internen Datenbank u.v.m. Die Hardwareunterstützung des Stable-Zweigs beschränkt sich noch auf etwas ältere Player. Beim SanDisk Sansa e200 etwa werden nur Geräte mit der v1-Firmware unterstützt, da Sandisk mit der v2-Firmware auch die Hardwarekomponenten austauschte.

Neu bei Rockbox ist inzwischen ein erweiterter Unstable-Bereich mit bereits kompilierter Firmware für eine Reihe von Geräten, die bisher nur experimentell unterstützt wurden. So hat der Port für den Sandisk e200 v2 große Fortschritte gemacht, und auch der SanDisk Fuze mit der v1-Firmware wird mit einem kompilierten Port bedacht. Allerdings sollte man sich vor der Installation experimenteller Ports mit diversen Macken vertraut machen, da diese Geräte nicht in allen Punkten unterstützt werden. Das sehr aktive und hilfsbereite Forum bietet dabei einige Anhaltspunkte, um vorher nachzusehen, was läuft und was nicht. Unter Current Builds (Unstable) liegen übrigens auch alle kompilierten Stable-Ports, in die sämtliche aktuellen Änderungen aus dem SVN eingeflossen sind. Wer also die neuesten Features benötigt, holt sich gleich eine aktuelle Version aus Unstable.

OReilly veröffentlicht Entwicklerhandbuch für Palm WebOS

Montag, 16. Februar 2009

Während die Interessenten noch rätseln, was es mit Palms neuem Betriebssystem so auf sich hat (wir erinnern uns: Die muntere Plaudertasche), veröffentlicht der Verlag OReilly das erste Kapitel aus dem für Sommer 2009 geplanten Titel Developing Applications in JavaScript Using the Palm Mojo Framework“ von Mitch Allen, seines Zeichens „vice president and software chief technology officer at Palm, Inc.“. Das Mojo SDK für Entwickler, das auf Eclipse basieren wird, ist derzeit noch in der Betaphase und wird „im Verlauf dieses Jahres“ als freier Download erhältlich sein. Damit lassen sich dann Anwendungen auf Javascriptbasis für WebOS erstellen, und mit der Anzahl an 3rd party Anwendungen steht oder fällt das gesamte Konzept, zumal man den Palm Pre nicht über den Preis in den Markt drücken will, sondern sich auf Augenhöhe mit der Fa. Apple wähnt.

Das erste Kapitel des Entwicklerhandbuchs gibt einen Überblick über die Architektur des neuen WebOS.

  • [2009,book] bibtex
    Allen, M. (2009). Developing Applications in JavaScript using the Palm Mojo Framework OReilly.
    @BOOK{ allen09, title = {Developing Applications in JavaScript using the Palm Mojo Framework},
      author = {Mitch Allen},
      publisher = {OReilly},
      pages = {256},
      year = {2009}
    }

Datenschützers Albtraum heißt Palm WebOS

Freitag, 09. Januar 2009

Der Name ist schon Programm: Palms neues Betriebssystem „WebOS“ kennt keine eigenständigen Anwendungen mehr, die Zugriff auf die API haben. Stattdessen laufen Anwendungen im Browser (Webkit) auf Basis von Javascript, CSS und ggf. SQLite. Wie Palm-Mitarbeiter dem von der Nexave-Community entsandten „Reporter“ Torsten Bergemann erklärten, gibt es auch kein PC-Gegenstück mehr zur Synchronisation des Smartphones mit dem PC-Desktop. Stattdessen ist das Teil ständig online und verbindet, fragt ab und synchronisiert mit Hinz & Kunz, vornehmlich Google Kalender, Adressen, Maps pp. Wie auf der Palm-Pressekonferenz mitgeteilt wurde, soll sich das WebOS auch eng mit sozialen Netzwerken wie Facebook u.ä. verknüpfen, etwa zur Einbindung des Adressbuches, Messaging sowie (Achtung!) der Anzeige des aktuellen Aufenthaltsortes im Facebook-Profil via GPS.

Zwar soll diese Synchronisierung mit diversen Diensten abschaltbar sein und sich diese muntere Plaudertasche soweit bändigen lassen. Jedoch gehen dann diverse Funktionalitäten verloren, da die Javaskriptanwendungen nur sinnvoll zu nutzen sein werden, wenn online eine Gegenstelle existiert, die die eigentliche Arbeit übernimmt – und dort finden sich dann die üblichen Verdächtigen wie Google Kalender, Adressen, Google Mail mit Text und Tabellen etc. sowie Diensten, die die Carrier anbieten werden – gegen Entgeld natürlich, zusätzlich zum entsprechenden Datentarif. Ob wenigstens eine Schnittstelle nach SyncML implementiert wird, wie Torsten den Palm-Mitarbeiter fragte, konnte auch der nicht beantworten.

Das Geschäftsmodell besteht darin, daß diverse Zusatzleistungen online hinzugebucht werden müssen, um sinnvoll arbeiten zu können, von GPS/Navigation bis zur Groupware – und da in letzterem Fall nicht jeder in die Microsoft-Falle tappen wollte und einen Exchange gekauft hat, bleiben zunächst nur Google & Co. Die persönlichen Daten verewigen sich somit bei diversen Dienstleistern, und die sozialen Netzwerksbetreiber wissen endlich, wie sie die Kundendaten gewinnbringend vermarkten können.

Was bleibt für Palm-Fans? Auf billige Altgeräte hoffen und sich damit zu bevorraten. Denn Kompatibilität mit PalmOS-Anwendungen ist nicht mehr gegeben.

[Update 13.8.2009] Aus „Qualitätssicherungsgründen“ übermittelt der Pre (US-Version) diverse Daten an Palm-Server. Darunter GPS-Daten, installierte Anwendungen und Nutzungsarten, Kernellogs usw. Näheres auf Slashdot (Link von Nexave). Bei der Erstinstallation läßt sich diese Form der Schnüffelei unterbinden, danach offenbar nur durch Fummelei an Systemdateien. Womit sich Palm in die ähnlich unrühmliche Gallerie anderer Smartphone-Hersteller einreiht. Ob der Pre mit ähnlichen „Features“ auch in Deutschland erscheinen wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein.