OReilly veröffentlicht Entwicklerhandbuch für Palm WebOS

Montag, 16. Februar 2009

Während die Interessenten noch rätseln, was es mit Palms neuem Betriebssystem so auf sich hat (wir erinnern uns: Die muntere Plaudertasche), veröffentlicht der Verlag OReilly das erste Kapitel aus dem für Sommer 2009 geplanten Titel Developing Applications in JavaScript Using the Palm Mojo Framework“ von Mitch Allen, seines Zeichens „vice president and software chief technology officer at Palm, Inc.“. Das Mojo SDK für Entwickler, das auf Eclipse basieren wird, ist derzeit noch in der Betaphase und wird „im Verlauf dieses Jahres“ als freier Download erhältlich sein. Damit lassen sich dann Anwendungen auf Javascriptbasis für WebOS erstellen, und mit der Anzahl an 3rd party Anwendungen steht oder fällt das gesamte Konzept, zumal man den Palm Pre nicht über den Preis in den Markt drücken will, sondern sich auf Augenhöhe mit der Fa. Apple wähnt.

Das erste Kapitel des Entwicklerhandbuchs gibt einen Überblick über die Architektur des neuen WebOS.

  • [2009,book] bibtex
    Allen, M. (2009). Developing Applications in JavaScript using the Palm Mojo Framework OReilly.
    @BOOK{ allen09, title = {Developing Applications in JavaScript using the Palm Mojo Framework},
      author = {Mitch Allen},
      publisher = {OReilly},
      pages = {256},
      year = {2009}
    }

Datenschützers Albtraum heißt Palm WebOS

Freitag, 09. Januar 2009

Der Name ist schon Programm: Palms neues Betriebssystem „WebOS“ kennt keine eigenständigen Anwendungen mehr, die Zugriff auf die API haben. Stattdessen laufen Anwendungen im Browser (Webkit) auf Basis von Javascript, CSS und ggf. SQLite. Wie Palm-Mitarbeiter dem von der Nexave-Community entsandten „Reporter“ Torsten Bergemann erklärten, gibt es auch kein PC-Gegenstück mehr zur Synchronisation des Smartphones mit dem PC-Desktop. Stattdessen ist das Teil ständig online und verbindet, fragt ab und synchronisiert mit Hinz & Kunz, vornehmlich Google Kalender, Adressen, Maps pp. Wie auf der Palm-Pressekonferenz mitgeteilt wurde, soll sich das WebOS auch eng mit sozialen Netzwerken wie Facebook u.ä. verknüpfen, etwa zur Einbindung des Adressbuches, Messaging sowie (Achtung!) der Anzeige des aktuellen Aufenthaltsortes im Facebook-Profil via GPS.

Zwar soll diese Synchronisierung mit diversen Diensten abschaltbar sein und sich diese muntere Plaudertasche soweit bändigen lassen. Jedoch gehen dann diverse Funktionalitäten verloren, da die Javaskriptanwendungen nur sinnvoll zu nutzen sein werden, wenn online eine Gegenstelle existiert, die die eigentliche Arbeit übernimmt – und dort finden sich dann die üblichen Verdächtigen wie Google Kalender, Adressen, Google Mail mit Text und Tabellen etc. sowie Diensten, die die Carrier anbieten werden – gegen Entgeld natürlich, zusätzlich zum entsprechenden Datentarif. Ob wenigstens eine Schnittstelle nach SyncML implementiert wird, wie Torsten den Palm-Mitarbeiter fragte, konnte auch der nicht beantworten.

Das Geschäftsmodell besteht darin, daß diverse Zusatzleistungen online hinzugebucht werden müssen, um sinnvoll arbeiten zu können, von GPS/Navigation bis zur Groupware – und da in letzterem Fall nicht jeder in die Microsoft-Falle tappen wollte und einen Exchange gekauft hat, bleiben zunächst nur Google & Co. Die persönlichen Daten verewigen sich somit bei diversen Dienstleistern, und die sozialen Netzwerksbetreiber wissen endlich, wie sie die Kundendaten gewinnbringend vermarkten können.

Was bleibt für Palm-Fans? Auf billige Altgeräte hoffen und sich damit zu bevorraten. Denn Kompatibilität mit PalmOS-Anwendungen ist nicht mehr gegeben.

[Update 13.8.2009] Aus „Qualitätssicherungsgründen“ übermittelt der Pre (US-Version) diverse Daten an Palm-Server. Darunter GPS-Daten, installierte Anwendungen und Nutzungsarten, Kernellogs usw. Näheres auf Slashdot (Link von Nexave). Bei der Erstinstallation läßt sich diese Form der Schnüffelei unterbinden, danach offenbar nur durch Fummelei an Systemdateien. Womit sich Palm in die ähnlich unrühmliche Gallerie anderer Smartphone-Hersteller einreiht. Ob der Pre mit ähnlichen „Features“ auch in Deutschland erscheinen wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Nexave fliegt zur Palm-Pressekonferenz nach Las Vegas

Dienstag, 06. Januar 2009

Gute ReiseWas zunächst wohl als Jux gedacht war, wird nun Wirklichkeit: Die Community hat Geld gesammelt und schickt stellvertretend für alle Torsten Bergemann, den Betreiber der Nexave-Seiten rund um den Palm, zur Palm-Pressekonferenz nach Las Vegas. Seine Erlebnisse rund um diese für die Firma Palm existentielle Pressekonferenz schildert er (live?) im eigens eingerichteten Blog, wo man bereits ein paar Informationen zur Vorgeschichte und zum Ablauf der Reise erhält.

Es dürfte ein spannender Krimi werden, steht doch für Palm sehr viel auf dem Spiel: Geht die Einführung des neuen, wohl auf Linux basierenden, Betriebssystems „Nova“ schief, können sie den Laden praktisch zumachen.

Android-Fonts auf dem Palm

Sonntag, 09. November 2008

Nachdem Googles Android-Betriebssystem unter die Apache2-Lizenz gestellt wurde, hat Alexander Pruss sich der in Android enthaltenen Schriftarten angenommen und sie für sein Programm Fontsmoother kompatibel gemacht (Link von TamsPalm).

FontSmoother ist ein Tool für PalmOS5, das neben der Verwendung der Palmschen Bitmapfonts Antialiasing und die Einbindung eigener ttf-Fonts in allen oder nur ausgewählten Anwendungen ermöglicht. Einen Vergleich zwischen dem Palm-Standard- und Alternativfont zeigt folgender Screenshot vom Palm TX: Im linken Fenster sieht man Plucker mit aufgerufener UK TUG TeX FAQ und der Bildschirmschriftart Android Sans 18, im rechten Fenster derselbe Text mit Palms Systemfont. Zur Vergößerung auf das Bild klicken oder hier (im neuen Fenster).

Android Schrift und Palm

Der Vorteil beim Einsatz von FontSmoother liegt darin, daß Pruss auch diverse Zwischengrößen als Bitmap-Fonts für den Palm angefertigt. Je nach Anwendung und Bildschirmgröße des Geräts konnte es bisher vorkommen, das die vorhandenen Schriften entweder zu groß oder zu klein ausfielen, was besonders bei Fließtext z.B. in Plucker und iSilo oder langen Terminlisten in Agendus nervte.

Die Android-Schriften sind zudem recht schmal – empfohlen sei die serifenlose Version Android Sans, im Bild unten mit der Schriftgröße 16 und dem Reader Plucker. Zur Vergößerung auf das Bild klicken oder hier (im neuen Fenster).

Android Schrift und iSilo

Das Programm FontSmoother kostet regulär rund 13 USD und enthält neben der Palm-Anwendung einige (umgewandelte) Zusatzfonts sowie einen Konverter, der ttf-Schriften palmkompatibel machen kann rsp. aus den ttf-Schriften Bitmap-Fontdateien für den Palm in diversen Schriftgrößen erstellen kann. Seit der Programmversion 2.32 gehören die Android-Schriften zum Standardumfang des Tools. Wie üblich gibt es eine 30tägige voll funktionsfähige Testversion.