Was tun, wenn sich über Weihnachten wieder diverse Verwandte oder Bekannte angesagt haben, man diese aber partout nicht sehen will? Wichtige Aufgaben harren Deiner/meiner, etwa eines dieser hochkomplizierten Linuxe installieren und konfigurieren, bis die Sippschaft Bauklötze staunt. Und immer schön auf der Konsole herumhacken.
Im Idealfall installiert man dann ein System, das auch noch was fürs Auge bietet. Hier kommt zunächst die Weihnachsüberraschung Nr.1 ins Spiel: Es gibt eine neue Knoppix 6.4.3 als “Jubiläumsversion 10 Jahre Knoppix”, zu der es bereits einen Artikel im Linux-Magazin 1/2011 samt Interview mit Klaus Knopper gibt. Auf Basis von Debian Testing und Microknoppix startet die Live-CD bzw. Live-DVD in den LXDE-Desktop, als Hindergrund sieht man ein fraktales Hintergrundbild mit irgendwelchen grünschimmernden Codezeilen.

Abb: Knoppix 6.4.3 mit LXDE Desktop
“Die Inspiration dazu bekam Klaus Knopper bei einem Treffen mit österreichischen Mathematiklehrern”, schreibt das Linux-Magazin, die Verwandtschaft mit ihrer Win Home Edition staunt Bauklötze und man hat erstmal Ruhe, weil man “dieses komplexe System” dringend “bearbeiten” muß.
Neben der Knoppix ist die PCLinuxOS 2010.12 erschienen – wenn man will verhält es sich mit der PCLOS zum Mandriva-Unterbau wie die Mint zur Ubuntu: Eine etwas dröge Massendistribution wird durch eigene Tools, andere Konfigurationen und etwas pfiffigeres Artwork verbunden mit eigenem (Teil)Repository zu einer praktisch neuen Distribution verwandelt. Die PCLOS-Hauptdistribution ist weiterhin KDE-zentriert, daneben gibt es inzwischen spezielle Versionen mit Gnome-, Xfce-, LXDE- oder Enlightenment-Desktop. Alle sind zunächst english only, deutsche Lokalisierungen lassen sich aber einfach mit dem Tool “addlocale” installieren – man braucht jedoch eine Onlineverbindung.

Abb: PCLinuxOS 2010.12 zur Abwechslung mit Gnome Desktop
Früher war die PCLInuxOS eine Distribution, wie Mandriva eigentlich sein wollte oder besser sollte, es aber nie hinbekam. Bis heute ist das eigentlich so geblieben. Beide Distributionen vereint das Mandriva Control Center, eine Zusammenfassung diverser Konfigurationstools an einem Ort. Einstellungen an Desktop oder System lassen sich so schnell erledigen.

Abb: PCLInuxOS mit Enlightenment-Desktop. Bereits der Bootvorgang ist recht cool: Langsam aufgehende Sonne vor Erdkrümmung. Die Enlightenment-Version ist weitgehend schwarzweiß gehalten.
Für die dritte Weihnachtsüberraschung schließt man sich besser ein oder wartet, bis die Verwandtschaft weg ist: Sabayon hat eine Xmas Gaming Edition veröffentlicht. 4 GB “filled with gazillions of games”. Gnome-Desktop, u.a. deutsche Lokalisierung und dem bei Sabayon üblichen “Spaßfaktor” machen die Live-DVD neben der bereits vor einigen Wochen erschienen Ubuntu Ultimate Gamers Edition zu einer Empfehlung für verschneite Wintertage. Und hier gibts auch einen größeren Screenshot:
Abb.: Sabayon 5.4+ Xmas Gaming Edition, auf das Bild klicken zur vollen Größe (im neuen Fenster, 1024x760px) oder hier klicken
Wie üblich der Hinweis, daß alle Versionen auch für ein paar Äppel hier im Tuxpost-Shop erhältlich sind zzgl. 2 Euro Versandkosten pauschal je Sendung. Selbstsauger folgen den obigen Links.
Backtrack ist eine Live-DVD mit dem speziellen Anwendungsbereich “penetration testing”, also der Sicherheitsüberprüfung laufender Systeme (vorzugsweise der eigenen). Urahn der Backtrack ist eine Live-CD namen WHAX, die im Projekt “Arudius” (Auditor Security Collection) aufging, ehe man 2007 zur Backtrack fusionierte. Es stecken also etliche Jahre Erfahrung in diesem Projekt.
“It was a major step in advance compared to all the other security penetration testing distros available. Through the years and the releases the distro became the standard as penetration testing toolkit all over the world. Major companies like SANS or even the FBI where using the CD-ROM as base for their work.”
Die Backtrack ist im Lauf der Zeit zu einem Quasi-Standard im Bereich penetration testing geworden. Der Unterbau ist inzwischen Ubuntu, die 4R2 hat Kernel 2.6.35.8, viele Updates, erweiterte Unterstützung für diverse WLAN-Karten u.v.m. “Our most professional, tested and streamlined release ever”. Erweitert wurde auch die sehr ausführliche Dokumentation u.a. mit einem neuen, noch im Aufbau befindlichen Wiki, das auch gleich die USB-Installation erklärt – via unetbootin oder als persistent USB install, bei dem Veränderungen auf dem USB-Medium gespeichert werden. Die Wiki-Anleitung beschreibt übrigens die rein “händische” Methode auf der Konsole, es geht natürlich auch etwas bequemer (also nicht abschrecken lassen).
Als Download ist ein ISO- oder ein VMware-Image erhältlich – man wählt am Besten eine passende Torrent-Datei aus, da dies bei der Masse an Beteiligten schneller geht als ein Direktdownload. Frohes Testen!

Screenshot Backtrack 4R2
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Gigantische Datenmengen werden wieder bewegt: Die neue Ubuntu 10.10 Codename “Maverick Meerkat” wurde freigegeben. Falls die Server ihre ISOs nur tröpfchenweise hergeben wollen, empfiehlt sich der Download über Bittorrent – und falls auch die Torrents nicht erreichbar sind, findet sich auf dieser Seite hier rechts unter “Downloads – Ubuntu DVD/CD” eine kleine Torrent-Sammlung aller verfügbaren Ubuntu-CDs und vor allem Ubuntu-DVDs.
Zwar soll es den üblichen Updatepfad von 10.04 auf die neue 10.10 geben, jedoch verwendet GNOME 2.32 eine neue Konfigurationsverwaltung. Für die weniger experimentierfreudigen Anwender würde ich daher fast eine Neuinstallation empfehlen. Der Update kann funktionieren, muß aber nicht – ggf. wartet man Erfahrungsberichte anderer Ubuntu-Nutzer ab.
Während die Ubuntu mit Gnome 2.32 aufwartet, kommt die Kubuntu mit KDE 4.5.1, die Xubuntu mit Xfce 4.6.2, Edubuntu verfügt über Gnome Nanny zur Zugangskontrolle für die lieben Kleinen, Ubuntu Studio hat eine bessere Integration von PulseAudio und Jack u.v.n. Alle CDs und DVDs sind wie immer auch nach und nach für alle Interessenten mit lahmendem DSL im Tuxpost Shop erhältlich – Cds für jeweils 3 Euro und DVDs ab 3,50 Euro zzgl. Versand.
[Update 14.10.] Bezüglich des Upgrades kann Entwarnung gegeben werden: Lief problemlos durch, wenn auch der Teufel im Detail steckt.
Nach dem Hauen und Stechen zwischen dem Sidux e.V. und der Entwicklergemeinschaft – neben diversen persönlichen Animositäten ging es auch um finanzielle Merkwürdigkeiten beim e.V. – liegt mit der am 14. September veröffentlichten aptosid 2010-02 und einer neuen Projekt-Website eine Fortführung des Sidux-Projektes (ohne den e.V.) unter neuem Namen vor. Da der Sidux e.V. die Namensrechte an “Sidux” hält, machen die Entwickler unter dem Namen “aptosid” eigenständig weiter.
“aptosid is a full featured Debian sid based live CD with a special focus on hard disk installations, a clean upgrade path within sid and additional hardware and software support. The ISO is completely based on Debian sid, enriched and stabilized with aptosid’ own packages and scripts.”
aptosid ist ein aktuelles und recht stabliles Debian Sid mit Modifikationen, Skripten und distributionseigenen Tools mit KDE als Standard-Desktop und deutscher sowie englischer Lokalisierung “out of the box”, als Live-CD- (KDE lite) und DVD-Version (KDE full) sowie als schmale Xfce-Live-CD. Die aptosid 2010-02 kommt mit KDE 4.4.5, Kernel 2.6.35.4 (smp, hard preemption), Support für diverse WLAN-Karten und -sticks u.v.m. Die 2010-02 basiert auf Debian Sid mit Stand vom 13.9.2010.
Die alte Sidux-Seite hat noch einen Beitrag zum Upgradeprozeß von Sidux nach aptosid.
Nach längerer Zeit, in der nur russisch lokalisierte Versionen erhältlich waren, kommt mit der Frenzy 1.3 wieder eine englische Version der Live-CD für Sysadmins heraus – deutsche und andere Lokale lassen sich am Bootpromt einstellen.
Frenzy 1.3 ist eine Live-CD auf Basis von FreeBSD 8.1, die sich vor allem an Systemadministratoren richtet, und entsprechend ist auch die Auswahl an Programmen und Tools, die man auf der CD findet. Jede Menge Netzwerk(verwaltungs)-Tools, Forensik, Filerepair-Tools, ClamAV, Perl und Python, Texttools und zur Abwechslung XMMS und mplayer, falls man zwischendurch die Krise bekommt. Frenzy startet ziemlich flott durch bis zur Konsole, über startx geht es dann in Fluxbox. Diverse Tools sind dort übersichtlich sortiert über das Menü (rechte Maustaste) erreichbar.

Erhältlich als “Lite”- (93 MB) und Standard-Version (ca. 630 MB) per FTP-Download, für Nichtsauger auch gegen 3 Euro zzgl. 2 Euro Versand im Tuxpost-Shop.
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