Grml 2011-12 RC1 released

Montag, 12. Dezember 2011

Von der hier bereits empfohlenen Live-CD grml ist der Release Kandidat der kommenden Version 2011-12 erschienen. Grml basiert auf Debian und richtet sich vorwiegend an Systemadministratoren oder Anwender, die größeren Bedarf am Skripten und der Verwendung von Texttools haben.

Die 2011.12 hat sich vom Umfang her praktisch halbiert – 350 MB ISO-Größe, was noch immer rund 1,1 GB an verwendbarer Software entsprechen soll. Nach dem Abspecken ist jetzt Fluxbox der Standard-Window-Manager. Bleibt zu hoffen, daß es jetzt nicht zu spartanisch zugeht.

[Update] Geht doch unter Fluxbox etwas spartanisch zu in der neuen „Knecht Rootrecht“ 2011.12, aber so wird man wenigstens nicht von der Arbeit abgelenkt. ;-D

grml 2011.12

Abb.: Der Release Kandidat 1 in seiner üppigen Pracht (auf das Bild klicken zur Vergrößerung (im neuen Fenster)

PortableApps Plattform 10 freigegeben

Samstag, 10. Dezember 2011

PortableApps 10Ewig hat’s gedauert, mit diversen Betas und RCs über 3(?) Jahre, nun ist die finale Version der PortableApps Suite 10.0 freigegeben worden. Ein Menüsystem und Anwendungsstarter für ein USB-Medium unter Windows, das auch unter Wine von Festplatte läuft – man hat dann unter Linux ein Menü- und Installationssystem für portable Windowsanwendungen (sofern diese unter Wine lauffähig sind).

Es wäre allerdings etwas zu kurz gegriffen, PortableApps in der neuen Version 10 auf ein reines Menüsystem zu reduzieren. Neben dem Starter, der im System-Tray sitzt, gehören diverse bekannte Tools in ihrer „portablen“ Variante zur „PortableApps Suite“, etwa Audacity, LibreOffice, Notepad++, IrfanView, XnView, die Mozillas, Skype usw. Sofern Programme in einer vorgegebenen Struktur auf dem Stick installiert sind, lassen sich auch komplette Backups der Anwendungsdaten herstellen.

Mit der neuen Version hat man einen kleinen „App Store“ bereitgestellt, aus dem man sich die gewünschten Programme per Menü auswählen, herunterladen und automatisch auf dem USB-Medium installieren lassen kann. Über den „App Store“ installierte Programme lassen sich auch jederzeit per Menüpunkt aktualisieren. Neu ist auch seit den letzten RCs die vielfach gewünschte Einführung von Menükategorien sowie die Verwendung von temporären Fonts (abgelegt im Verzeichnis X:\PortableApps\PortableApps.com\Data\Fonts), die während der Laufzeit der PortableApps Suite den portablen Anwendungen zur Verfügung stehen. Das funktioniert allerdings nicht mit Anwendungen, die eine spezielle Routine zur Fontabfrage haben (Gimp, Scribus z.B.).

Eigene Anwendungen, sofern sie vom USB-Stick lauffähig sind, lassen sich manuell im Programmordner „PortableApps“ auf dem USB-Medium hinzufügen. An kommerziellen Windows-Programmen laufen hier bspw. der TotalCommander, Papyrus, Softmaker Office, Photoline etc. Einige kommerzielle Programme haben bereits einen eigenen Installer für die Verwendung mit PortableApps wie bspw. Jutoh (ein Programm zur eBook-Erstellung), UltraEdit pp., jeweils erkennbar an der Erweiterung .paf.exe. Sie werden direkt via Menüsystem installiert und auf dem Stick in einer bestimmten Verzeichnisstruktur abgelegt.

Etwas nervend ist nur die ständige Neugenerierung der Menüs beim Start von Portableapps, was je nach Stick und Zahl der installierten Anwendungen etwas dauern kann. Hier soll in einer der nächsten Versionen ein Cache verwendet werden.

Lohnend ist die Beta-Sektion des PortableApps-Forums, in dem diverse Varianten von (freien) Programmen vorgestellt werden, die direkt für den Einsatz mit der PortableApps-Suite vorbereitet sind, jedoch nicht zu den „offiziell“ unterstützten Anwendungen gehören.

LibreOffice Repository für Vorlagen und Erweiterungen online

Freitag, 28. Oktober 2011

Was ist eine „Office Suite“ schon ohne praktische Vorlagen und Erweiterungen. So ähnlich wie ein Desktop Publishing Programm, bei dem man das Rad jedesmal neu erfinden muß. Oder gar CMS-Templates. Für LibreOffice ist jetzt ein entsprechendes Verzeichnis freigeschaltet worden für Programm-Erweiterungen und -Vorlagen. Wahrscheinlich dürfte man eine ganze Reihe davon aus dem ehemaligen OpenOffice-Verzeichnis schon kennen. Links:

http://extensions.libreoffice.org
und
http://templates.libreoffice.org

Bedauerlicherweise sieht man in der Übersicht nicht das Datum der letzten Aktualisierung, sodaß man sich bis zum Ende des jeweiligen Eintrags hangeln muß.

[Update] Das Verzeichnis benötigt doch noch etwas Futter durch Entwickler und Anwender, insbesondere bei Templates siehts etwas mau aus.

eBooks erstellen mit Jutoh

Freitag, 28. Oktober 2011

Jutoh ist eine Shareware (28 Euro plus MwSt) zum Erstellen eigener eBooks, geschrieben mit dem wxWidgets-Toolkit und erhältlich für Linux, Mac OS und Windows. Da das Tool einen eigenen Editor hat, kann man entweder selbst den Text in Jutoh erstellen, Grafiken und Querverweise einfügen etc. oder man importiert ein komplettes Projekt aus den Formaten odt (LibreOffice/OpenOffice), einem vorhandenen epub, html-Dateien u.v.m. Durch die Einbindung von Amazons „kindlegen“ ist auch die Konvertierung nach Mobipocket und die (ggf. kommerzielle) Verbreitung über Amazon problemlos möglich – oder man schiebt die fertige mobi-Datei einfach via USB auf das Kindle-Lesegerät.

Jutoh Screenshot

Abb.: Jutoh Screenshot mit geöffnetem Buchprojekt (auf das Bild klicken zur größeren Ansicht, im neuen Fenster)

Jutoh BookDer Programmautor Julian Smart hat nun ein Buch „Creating Great Ebooks Using Jutoh“ veröffentlicht – frei erhältlich als PDF, odt und diversen eReader-Formaten, das die Erstellung von eBooks aus Jutoh heraus beschreibt und auch auf die Besonderheiten beim Erstellen von eBooks eingeht. Das Buch und die Software selbst kann ich sehr empfehlen. Das Buch selbst ist zuerst in Jutoh verfaßt worden – was erstaunt, da die PDF-Version absolut druckreif erscheint. Hätte auf Open-/LibreOffice als Ausgangsquelle getippt und dann auf den Import in Jutoh.

Die Shareware hat die übliche Testzeit von 30 Tagen, danach wird der einmalige Obolus fällig. Der Support durch den Programmautor ist hervorragend – bei Problemen wird schon einmal eine gefixte/erweiterte Version der werten Nutzerschaft binnen eines Tages zur Verfügung gestellt. Was ist nun der Unterschied zur Umwandlung eines bestehenden Projekts durch bspw. Calibre? Das Feintuning, das man dem Endergebnis zukommen läßt sowie die diversen Zusatzfunktionen – von internen Querverweisen bis zu den diversen Optionen zur Verarbeitung und Erzeugung des Outputs.

[Update] Inzwischen ist der Advanced Bash Scripting Guide von Mendel Cooper (als eBook/epub für den Eigenbedarf – keine offizielle Version!) soweit präsentierfähig, daß er hier im Blog unter Downloads – eBooks zur Verfügung steht einschließlich der Jutoh-Projektdatei.