Von Exchange zu Scalix migrieren

Montag, 25. September 2006

BusinessIn einem interessanten Interview auf linux.com erzählt Florian von Kurnatowski, der Leiter des „Scalix‘ open source project“, Näheres über den kommenden Scalix Groupware Server (Mail, Kalender pp.), von dem es eine „Community Edition“ geben wird) und insbesondere die Zielgruppe, die damit angesprochen werden soll: Sie richtet sich (nicht nur, aber hauptsächlich) an Unternehmen, die noch einen steinalten Exchange 5.x laufen haben und aufgrund auslaufender Produktunterstützung irgendwann aufrüsten müssen. Womit sie sich ab Exchange2000 Microsofts Active Directory mit allen Folgen einhandeln würden.

Die Entscheidung für Exchange bedeute aufgrund der Abhängigkeiten, daß der Kunde explizit Windows Server lizenzieren muß und dadurch von Microsofts Active Directory abhängig ist. Als Mailclient bleibt nur Outlook, was wiederum ebenfalls Auswirkungen auf die Auswahl der Desktopsysteme hat. Durch eine geschickte Lizenzpolitik und Abhängigkeiten der Produkte untereinander ist es Microsoft gelungen, daß Kunden diesen Kreis nicht so einfach unterbrechen können.

Die Scalix-Beschreibung auf scalix.com hört sich allerdings recht heftig an. So freut man sich auf ein baldiges (freies?) Testen. ;-) In der Hoffnung, daß die Community Edition nicht nur eine kastrierte Firmenversion wie bei anderen Produkten dieser Art ist.

Linux Client Migration Cookbook von IBM

Mittwoch, 20. September 2006

DocsDas 376-seitige Handbuch von IBM „Linux Client Migration Cookbook , Version 2 Practical Planning and Implementation Guide for Migrating to Desktop Linux“ aus der Redbook-Reihe mit Stand vom August 2006 ist zum kostenlosen Download als PDF erhältlich. Einglischsprachig.

„The goal of this IBM Redbook is to provide a technical planning reference for IT organizations large or small that are now considering a migration to Linux-based personal computers. For Linux, there is a tremendous amount of “how to” information available online that addresses specific and very technical operating system configuration issues, platform-specific installation methods, user interface customizations, etc. This book includes some technical “how to” as well, but the overall focus of the content in this book is to walk the reader through some of the important considerations and planning issues you could encounter during a migration project. Within the context of a pre-existing Microsoft Windows-based environment, we attempt to present a more holistic, end-to-end view of the technical challenges and methods necessary to complete a successful migration to Linux-based clients.“

Als Handbuch im Original-Layout, der Tipp kam von DesktopLinux.

Verwaltung von Extremadura migriert zu GNU/LinEx

Sonntag, 30. Juli 2006

TuxDie Bezirksverwaltung der spanischen Region Extremadura migriert im Verlauf eines Jahres auf GNU/LinEx, einem lokalisierten Debian. Ebenfalls umgestellt werden die Office Programme. Zum Austausch von Dokumenten wird zukünftig das Open Document Format sowie PDF verwendet (das dürfte auf OpenOffice hinauslaufen).

Extremadura war bekannt für die durchgehende Verwendung von GNU/LinEx im Bildungswesen. Die gesamte Presseerklärung hat die Linux Weekly News, 29.7.2006, „Extremadura Regional Government of Spain drop to Debian and ODF all the computers“.

K12LTSP ersetzt Windows in Schule

Donnerstag, 20. Juli 2006

TuxBrandon Elementary transformed by K12LTSP auf Newsforge berichtet von einer System-Migration an einer Schule in Atlanta. Dort herrschten offenbar bundesrepublikanische Verhältnisse, denn die Hauptaufgabe der Systembetreuer aka Praktikanten war, den (wenigen) Schrott, den man hatte, unter Windows 98 lauffähig zu halten. Was nicht gerade einfach war, denn:

spending too much time fixing „broken“ computers at Brandon Elementary School. They were slow, frequently frozen, and „fraught with hardware, software, and malware issues. We would hear over and over again, ‚our computer doesn’t work anymore,'“ Howard says, „and it takes hours to reinstall the operating system or figure out what driver got corrupted by what virus.“

Das erinnert an die Aushilfen selig, die während der Arbeitszeit via Webmail ihre Privatpost bei Yahoo lasen und über dort eingeschleppte Viren die halbe Firma (oder den Windows-Teil davon aka „Das Marketing“) ;-) lahmlegten. Na egal, in Atlanta beschloß man jedenfalls, daß nur der Austausch von Hardware nichts an dem Problem ständig zerschossener Rechner ändern würde. Angesichts begrenzter Finanzmittel entschloß man sich, eine Lösung auf Basis von K12LTSP, des Linux Terminal Server Projects auf Fedora-Basis, einzusetzen.

Insgesamt bestückte man 35 Server damit, und von dem eingesparten Geld kaufte man 60 neue Thin Clients, womit man den Bestand an Linux-Clients auf 250 aufstocken konnte. Pro Klassenzimmer kam man nun nicht mehr auf 1 PC, sondern auf 5 bis 6 und mehr.

Neben der Kosteneinsparung von 90% gegenüber einer WinXP-Bestückung verzeichnete man aufgrund der höheren „PC-Dichte“ einen größere Lernfortschritt bei den Schülern und (Schulamts-Pappnasen aufgepaßt!) bessere Noten: „Scores were up across the board,“ (..) „and math scores in particular were up sharply“. Daß Schüler mit Unix/Linux überfordert wären und daher unbedingt Winweich bräuchten, gehört eh in den Bereich Märchen des Marketings:

There’s a connection between education and open source. It’s collaborative learning. The kids teach each other. A handful of the kids are the early adopter types — they find stuff and show the other kids how to do it. That is reflective of the whole open source philosophy of people producing and sharing.“

Wohl wahr. Hierzulande hat man den Zwang, daß Schüler Präsentationen mit Powerpoint erstellen müssen. Ich frage mich schon seit Jahren, ob die deutschen Schulen davon ausgehen, daß ihre Schüler die zuhause erstellten Präsentationen mit einem bezahlten Powerpoint verfassen? Demnach fördern Schulen das Verwenden von Raubkopien oder verhalten sich gegenüber Kindern, die sowas nicht zuhause haben, grob unsozial. Während das Arbeitsamt die 1-Euro-Zwangsverpflichteten dazu zwingt, Rentnern in „Seniorenfreizeitheimen“ „das Internet“[tm] sowie Word und Excel beizubringen unter WinweichXP. Das massenhafte Verbrennen der Staatsknete wird dort organisiert von dem Industriebereich der „Maßnahmenträger“, ähem, man nennt sich ja vornehm „Fortbildungsinstitute“ und macht „Fortbildungskurse“. Wirf Hirn, trifft ohnehin die Falschen.