Slax 6.1.1 auf dem EeePC

Samstag, 18. April 2009

Die Slax ist eine auf Slackware Current basierende (schmale) Live-CD, die besonders durch ihre Modularisierung hervorsticht. Anwender können das Grundgerüst aus KDE 3.5.10 und ein paar Basisanwendungen leicht erweitern, indem sie der Live-CD (besser: der Version für den USB-Stick) weitere Module nach Wahl hinzufügen. Man schiebt sie entweder ins Verzeichnis /slax/modules, wo sie beim Booten geladen werden oder ins Verzeichnis /slax/optional für das spätere manuelle Hinzuladen. Eigene Module können leicht per beigefügtem Skript erstellt werden – entweder aus normalen Slackware-Paketen oder aus selbst erstellten Komponenten. Hört sich zwar etwas kompliziert an, geht in der Praxis aber ganz leicht: Per Skript ein Slackwarepaket (*.tgz) entpacken, Änderungen etwa an der Konfiguration vornehmen und per Skript wieder zusammenbauen lassen, diesmal als lzm-komprimiertes Modul. Für die ganz Faulen gibt es neuerdings einen „Build-Service“, der das fertige ISO bzw. das Archiv für den Stick bereits „on demand“ mit der zusammenklickbaren Modulauswahl wie in einem Shopsystem zusammenstellt und als Download verfügbar macht.

Der Autor der Slax, Tomas M., hat sich nun zwei EeePCs zugelegt und folglich für den EeePC passende Treiber für Wifi, Ethernet usw. integriert – zumindest der EeePC 900A läuft damit weitgehend „out of the box“. Für die deutsche Lokalisierung der Slax benötigt man noch die Dateien german.lzm (kommt ins Verzeichnis /slax/base) und initrd.gz (damit überschreibt man die entsprende Datei in /boot). Die Bildschirmauflösung passt, Änderungen im laufenden Betrieb werden in /changes auf dem Stick gespeichert. Die ACPI-Unterstützung (etwa für Wifi an/aus über die Fn-Tastenbelegung) ist so noch nicht funktionsfähig, mit den Treibern aus diesem Paket läuft es nur mit ein paar Macken, hier ist noch etwas Nacharbeit erforderlich. Wer Spaß an der Slax und ihrer Modularisierung gefunden hat, kann sich je nach Anzahl vorhandener USB-Sticks diverse Versionen für spezielle Einsatzzwecke zusammenbauen. Und der Screenshot (Zur Vergrößerung hier klicken), Slax mit KDE 3.5.10, WLAN Assistant und den (z.T. offenen) Access Points der Nachbarschaft.
Slax

Ubuntu Netbook Remix 9.04 nun offizieller Teil der Ubuntu-Familie

Freitag, 03. April 2009

Der Ubuntu Netbook Remix 9.04, eine spezielle Ubuntu-Version für Netbooks mit spezieller Oberfläche, ist mit der aktuellen 9.04 Beta nun offizieller Teil der Ubuntu-Familie. Bisher war diese Version noch relativ unbrauchbar und erinnerte vom Layout und den vorinstallierten Tools eher an eine Vorstudie speziell für Tablet-PCs. Unterstützt („models known to work well“) werden nun die Netbooks von

  • Asus Eee PC 900
  • Asus Eee PC 1000
  • Asus Aspire One (so stand’s in der offiziellen Ankündigung…)
  • Samsung NC10
  • Dell Mini9

Die Datei ubuntu-9.04-netbook-remix-i386.img gibt es als Image für USB-Speicherträger auf dem Ubuntu-Server (als „UNR USB image“) und läßt sich mit dd auf dem USB-Stick installieren. Falls Ihrem Stick das Device „sdf“ zugeordnet wurde, lautet der Installationsbefehl

dd if=ubuntu-9.04-beta-netbook-remix-i386.img of=/dev/sdf

(dd input-file output-file/Device). Falls dem Stick ein anderes Device zugeordnet worden ist, muß man den Befehl natürlich entsprechend ändern. Überprüfen läßt sich dies, indem man den Stick vorher mountet und mittels „df“ nachsieht, welches Device er nun bekommen hat. Alternativ geht natürlich auch „cat /etc/mtab“.

Wieweit sich diese offizielle Netbook-Ubuntu von den bisherigen Community-(Remix)Versionen wie Easy Peasy oder eeeBuntu u.a. unterscheidet, dürfte die spannendste Frage bei diesem Betatest sein. Und der Screenshot:
Ubuntu Remix
Auf das Bild klicken zur Vergrößerung (1024x600px, im neuen Fenster). Soviel vorweg: Beim EeePC 900A geht Wifi nicht automatisch.

[Update] Aufgrund eines Kernelbugs gibt es ein etwas nervendes Problem bei Mouse-over-Effekten, wobei der Bildschirm kurzzeitig einfriert. Laut Distrowatch wird der Bug für die Final Release am 23. April auch nicht mehr gefixed, sodaß man hier auf einen minimal älteren Kernel umsteigen und diesen auf „hold“ stellen sollte, damit er beim nächsten Kernel-Update nicht automatisch ersetzt wird. Die Links im Artikel wurden auf die 9.04 Release angepaßt.

Debian 5 Lenny auf dem EeePC 900A

Samstag, 28. März 2009

EeePCBeim EeePC 900A handelt es sich um das preiswerteste Modell ohne Festplatte, in der Linux-Version mit 8 GB großem Flashspeicher (SSD) und 1 GB RAM. Bei Amazon wird es inzwischen (bei wechselnden Tagespreisen) ab 200+x Euro angeboten. Man könnte es kurz machen und nur sagen: Läuft. ;) Ob via USB-Stick mit 16 MB großem Netboot-System oder mit externem USB-CD-Laufwerk und allen 5 DVDs in der Hinterhand: Die nötigen Treiber für den EeePC werden bei der Installation gefunden, Wifi läßt sich mit den ACPI-Skripten für den EeePC an- und vor allem wieder ausschalten (ein Problem, mit dem übrigens die Easy Peasy 1.0 zu kämpfen hat), und auch die etwas verquere Bildschirmauflösung von 1024×600 wird tadellos eingestellt, sogar mit passender Schriftgröße.

Einziges (bekanntes) Problem der Lenny ist die externe SDHC-Karte, falls hier nach der Installation Dateisysteme liegen sollten, die beim Bootvorgang automatisch eingebunden werden sollen und in der /etc/fstab entsprechend eingetragen sind. Es wird dann versucht, beim Booten die Verzeichnisse auf der SDHC-Karte zu mounten, obwohl die Treiber für diese Hardware erst kurze Zeit später geladen werden. Man findet sich dann in der Shell wieder und kann diese mit Ctrl-D verlassen, worauf der weitere Bootvorgang normal durchläuft. So ganz das Wahre ist dies jedoch nicht. Man kann sich mit einer Änderung in der fstab behelfen, indem man die problematischen Verzeichnisse auf noauto stellt und den Mountbefehl etwa in die /etc/rc.local verlagert. Das nützt jedoch nichts, wenn man auf die externe Karte etwa die Homeverzeichnisse oder gar /var ausgelagert hat. Also auf zum schweren Geschütz.

Ein Hinweis auf der Debian-EeePC-Enwicklermailingliste führte schließlich zum Ziel. Sinngemäß werden dem initramfs des Kernels die passenden USB-Treiber hinzugefügt, worauf sie bereits bei der Initialisierung des Systems zur Verfügung stehen. Dazu erweitert man die Datei /etc/initramfs-tools/modules um die Einträge

usbcore
usb-storage

Anschließend muß man die Datei initramfs neu generieren und gibt mit Root-Rechten den Befehl update-initramfs -u ein (oder ggf. update-initramfs -u -k all). Das war’s schon und hat auch nicht weh getan. Vorher ein Backup von wichtigen Datendateien machen… Tipps zu Lenny und dem EeePC finden sich auch im Debian-Wiki.

Wikipedia-Dumps auf dem EeePC lesen

Samstag, 14. Februar 2009

Die Wikipedia auf der Guckkastenbühne des EeePC 701: Vorausgesetzt, man hat sich eine zusätzliche SD-Karte von 2 GB gegönnt und benutzt nicht das vorinstallierte Xandros-Linux, kommt man ohne größere Verrenkungen in den Genuß einer kompletten Wikipedia für unterwegs – offline, ohne lokalen Webserver pp. Geht nicht? Wenn man sich auf die Textversion beschränkt, ohne Bilder und Multimedia, ist das kein Problem. Die nachfolgende Kurzanleitung bezieht sich auf den EeePC 701 mit installiertem Ubuntu-eee 8.10 aka Easy Peasy 1.0 als Betriebssystem – also ein „Netbook“ mit Flashspeicher anstelle einer Festplatte. Diese EeePC-Version dürfte es im Ramsch für weit unter 200 Euro geben.

Auf der Wikimedia-Downloadseite finden sich diverse Dumps der Wikipedia-Datenbank, u.a. getrennt nach landesspezifischen Versionen: enwiki beinhaltet die englische Version, während dewiki die deutschsprachigen Seiten enthält usw. Der aktuellste abgeschlossene dewiki-Dump ist im Moment die Version vom 6.12.2008. Aus dem Serververzeichnis 20081206 benötigen wir nur den Text der Artikel in XML-Form, den die Datei pages-articles.xml.bz2 beinhaltet. Achtung: Die Dateigröße des komprimierten bz2-Archivs beträgt rund 1,3 Gigabyte.

Als Reader bietet sich der Wikipedia Dump Reader an, der die Daten der XML-Datei direkt aus dem bz2-Archiv lesen kann mit dem Vorteil, daß man die riesige Datei zur Indexierung und zum Auslesen nicht erst entpacken muß – was etwa die zehnfache Größe des Archivs ergäbe. Der Reader basiert auf PyQt4, aus den Ubuntu-Repositories muß also noch via Synaptic das python-qt4-Archiv installiert werden, was mit ein paar Abhängigkeiten eine Downloadgröße von noch einmal rund 32 MB ergibt.

Den Reader entpackt man im Homeverzeichnis in ein Unterverzeichnis nach Wahl und nimmt in der Datei dumpReader.py noch ein paar Änderungen vor: Da wir auf dem EeePC auf mathematische Formeldarstellungen via LaTeX-Rendering verzichten können, wird die Variable latexRendering = True auf False gesetzt.

Die Initialisierung unserer Offline-Wikipedia nehmen wir besser auf einem Desktoprechner vor, da beim ersten Aufruf des Dump Readers („python /home/username/reader/dumpReader.py“ – ohne Tüttelchen) ein Index der Textseiten erstellt wird. Der Index selbst ist zwar anschließend nur 27 MB groß, jedoch dauert dessen Erstellung eine ganze Weile (auf dem Desktoprechner muß folglich PyQt4 installiert sein).

Die pages-articles.xml.bz2 samt Index kopieren wir auf einen Stick und schieben alles in ein Unterverzeichnis der SD-Karte auf dem EeePC. Die Installation des Dump Readers sowie der python-qt4 erfolgt auch auf dem EeePC wie beschriebenen, und nachdem man dem Reader das bz2-Archiv gezeigt hat, kann’s losgehen – den Index haben wir ja mitkopiert, folglich muß dieser nicht mehr neu erstellt werden. Das Arbeiten mit der Offline-Wikipedia geht mit dem Dump Reader sehr flott, selbst Querverweise werden recht schnell angezeigt. Und der Screenshot:
Wikipedia
(Wikipedia deutsch komplett unter Easy Peasy 1.0. Zur vergrößerten Darstellung auf das Bild klicken, im neuen Fenster)

Neben der Wikipedia empfiehlt sich für den EeePC noch das Telefonbuch aus dem TVG-Verlag (i.e. das Verzeichnis der Telekom), dessen Linux-Version samt „Map & Route“-Karte recht zufriedenstellend läuft – wenn auch die Bildschirmhöhe des 701 mit 480px etwas zu klein für das Programm ist. Falls die Installation des Telefonbuchs auf dem EeePC via USB-Medium erfolgen soll, installiert man es besser vorher auf dem Desktoprechner und kopiert anschließend alle Verzeichnisse auf den EeePC – der TVG-Installer setzt zwingend ein DVD-Laufwerk voraus.