Das neue Jahr hat kaum begonnen, schon legen zwei der interessantesten Distributionen ein erstes Final Release vor.
Aptosid entstand als Fork von Sidux auf Basis von Debian Unstable (Sid). Grund für den Fork waren diverse Umstimmigkeiten zwischen dem Sidux e.V., der als Organisation die Distribution incl. Ressourcen getragen hat bzw. trägt, und den Entwicklern sowie der Streit um einige Merkwürdigkeiten bei der Verwendung von Geldmitteln. Das aktuelle Aptosid-Release 2011-03 hat einen sehr aktuellen Sync vom 31.12. mit Debian-Sid und enthält dazu tonnenweise Anpassungen, Skripte und ein eigenes Repository, um das Gesamtkunstwerk stabil am Laufen zu halten. Entsprechend empfiehlt sich ein häufiges Systemupdate. Wer sich mit Linux halbwegs auskennt und auch gelegentliche Hänger, die der Aktualität von Debian Unstable geschuldet sind, notfalls selbst flicken kann, erhält mit der Aptosid ein prima System.

Abb.: Aptosid 2011-03 mit KDE. Auf das Bild klicken zur vollen Größe (im neuen Fenster, 1024x768px)
Auch bei Aptosid gab es nach einer Weile Streit, diesmal zwischen den Hauptentwicklern und der Community, der auf relativ unschöne Weise im dortigen Forum ausgetragen wurde und in einem erneuten Fork namen Siduction endete. Ein Blog-Eintrag Warum wir aptosid forken gibt eine kurze Übersicht über die Motivation, die die dortigen Entwickler zu diesem doch sehr arbeitsintensiven Vorhaben trieb, um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber “wir sind euer freundlicher aptosid Fork 2011″ (ebd.) hört sich schon einmal sehr gut an! Vielleicht wird deshalb in manchen Firmen nur ungern ein reiner Techniker als Supporter auf die Kunden losgelassen, hier besichtigen wir dann womöglich die Auswirkungen, falls es doch einmal geschieht. ;-)

Abb.: Siduction 2011.1 mit KDE. Auf das Bild klicken zur vollen Größe (im neuen Fenster, 1024x768px)
Aptosid released ein kombiniertes i386/amd64-Imgage mit KDE als Standard-Desktop (2 GB ISO) sowie ein schmales 500 MB-ISO mit Xfce 4.8. Siduction hat je nach Architektur getrennte ISOs, dafür jedoch Live-CDs mit LXDE-Desktop sowie DVDs (950 MB-ISOs) mit KDE- und Xfce-Desktop.
Downloadlinks jeweils auf den Projektseiten, wer dafür keine Lust hat, bekommt die gebrannten ISOs als CD-R/DVD-R auch hier im Tuxpost-Shop für jeweils 3 bis 4 Euro zzg. 2 Euro Versandpauschale: Aptosid und Siduction auf Verbatim-DVD-Rs.
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Von der hier bereits empfohlenen Live-CD grml ist der Release Kandidat der kommenden Version 2011-12 erschienen. Grml basiert auf Debian und richtet sich vorwiegend an Systemadministratoren oder Anwender, die größeren Bedarf am Skripten und der Verwendung von Texttools haben.
Die 2011.12 hat sich vom Umfang her praktisch halbiert – 350 MB ISO-Größe, was noch immer rund 1,1 GB an verwendbarer Software entsprechen soll. Nach dem Abspecken ist jetzt Fluxbox der Standard-Window-Manager. Bleibt zu hoffen, daß es jetzt nicht zu spartanisch zugeht.
[Update] Geht doch unter Fluxbox etwas spartanisch zu in der neuen “Knecht Rootrecht” 2011.12, aber so wird man wenigstens nicht von der Arbeit abgelenkt. ;-D
Abb.: Der Release Kandidat 1 in seiner üppigen Pracht (auf das Bild klicken zur Vergrößerung (im neuen Fenster)
Sämtliche Torrent-Dateien der Ubuntu 11.10 “Oneiric Ocelot” in diversen Spielarten jetzt hier auf den Download-Seiten verfügbar, für CDs und insbesondere DVDs. Die Ubuntu DVD-ISOs sind nur noch 1,6 GB groß.
Ubuntu 11.10 mit Unity Desktop
Auf das Bild klicken für die volle Größe (im neuen Fenster)
[Update] Die Alternative zum Unity-Wahn und der großen Unübersichtlichkeit besteht darin, das Paket xubuntu-desktop zu installieren. Man hat dann so in etwa seine bisherige Ubuntu-Arbeitsumgebung (Gnome2, hier: Xfce) zurück. Oder wechselt auf eine andere Distribution, Sabayon 7 mit Gnome-Shell wurde ja bereits kurz vorgestellt (s.u.).
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Erst kleckert es so einige Wochen vor sich hin, nun kommen die ersten Updates der eher gängigen Distributionen raus. Ganz besonders interessant ist die neue Sabayon Linux 7 in den Varianten für Gnome und KDE. Während man hier KDE in der Version 4.7 ausprobieren kann, hat man mit der Sabayon 7 Gnome Ed. ein Gnome 3.2, dessen Oberfläche stark an Versionen für Netbooks erinnert. Bleibt abzuwarten, ob man mit einer solchen Oberfläche produktiv arbeiten kann – die Omma mit Erstkontakt zu einem Computersystem und leichtem Spieltrieb dürfte aber begeistert sein. Fehlt noch die Unterstützung für Touchscreens.
Die Sabayon ist eine Live-DVD auf Gentoo-Basis mit eigenem Paketsystem und war in der Regel sowas wie “Bleeding Edge” im Bereich Desktop-Distributionen. Kernel 3.0 mit optimierten Kerneln im Repository, LibreOffice 3.4.3.2, btrfs-Dateisystem native, tonnenweise Updates zur Version 6 etc.
Für jeweils 4 Euro plus Versand im Tuxpost-Shop oder für Selbstsauger die Release-Notes mit Downloadlinks.
Auf das Bild klicken für die volle Größe (1024px, im neuen Fenster). Sabayon 7 mit Gnome 3.2-Oberfläche
Die BackTrack, so eine Art Quasi-Standard für die Sicherheitsüberprüfung vorzugsweise der eigenen Server und Router, ist in der Version 5 erschienen. Die Live-DVD ist diesmal jeweils 1,5 1,9 GB groß und man hat die Auswahl zwischen einem Gnome- oder KDE-Desktop und 32/64bit-Versionen. Zusätzlich stehen noch VMware-Images bereit. Um die Bandbreite des Projektservers zu entlasten, wird dringend der Download über Bittorent empfohlen – die notwendigen Torrent-Dateien sind über die Projekt-Website (s.o.) erhältlich.
Wie üblich gibt es nur sehr kurze Release-Notes, das BackTrack-Forum sollte daher (u.a.) eine erste Anlaufstelle sein. Demnach ist der Unterbau der Live-DVD eine komplette Neuentwicklung (“from scratch”, “Based on Ubuntu Lucid LTS. Kernel 2.6.38, patched with all relevant wireless injection patches”). KDE 4.6 und Gnome 2.6 als Desktop, Metasploit Framework 3.7.0 u.v.m.

Boot-Optionen der Backtrack 5: Reiner Textmodus, ohne Netzwerk, kein Einbinden von Laufwerken etc.
BackTrack 5 KDE-Desktop mit Spezialmenü, English only. Hier gehts zu den vielen schönen Tools (auf das Bild klicken zur Vergößerung, 800px im neuen Fenster)
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