Die SPD und Steinmeiers Bügelfalte

Montag, 07. September 2009

spdSo richtig glücklich kann die SPD mit ihrer PR-Agentur, die weitflächig das Land mit Großplakaten des Kandidaten bepflastert, nicht sein. Nach den Fotomodellen im Stil von „Ich zahl GEZ, weil ich unabhängige Medien brauche, und Du?“, die schon schwer erträglich waren, kommen nun die „Männer der Arbeit“ aufs Plakat.

Was hat man hier wieder verbockt? Zuerst den Mantel des Kandidaten. Die Bügelfalte ist sogar noch in der Verkleinerung deutlich zu erkennen. „Den hol ich nur alle Jubeljahre aus dem Keller, wenn Wahlkampf ist.“ Deutliche Lagerungsspuren in Form unsachgemäßer Aufbewahrung also. Kann auch sein, daß ihm der Mantel von der Werksleitung gestellt wurde. „Darin sieht Steinmeier bestimmt albern aus. Müller, holen Se mal einen Mantel aus dem Betriebsfundus, den noch keiner getragen hat. Einen vom vorletzten Jahr mit steifer Bügelfalte!“

Richtig mürrisch sieht der Kandidate auch noch aus, statt beim werktätigen Volk Zuversicht zu verbreiten. „So ein Mist, hat Sie das Jobcenter für 5 Euro an den Hochofen gezwungen? Na mit uns bekommen Sie bald 7,50 Mindestlohn dafür.“ Da jubelt dann der Hochofen. Oder lags am vielen Schmutz drumherum? „Faß ihn an!“ ruft der Fotograf, und der Kandidat muß angewidert kurz den Mann begrapschen. Das sieht auch noch völlig unmotiviert aus.

Der Begrapschte, der sich vorsichtshalber von der Kamera abgewendet hat, ist vielleicht sogar der Chef der Hochofentruppe und ruft wie von Sinnen: „Da ins Heiße sollten die Leute springen, aber keiner wollte. Alle gefeuert, die Flaschen!“ Da würde ich als Kandidat auch mürrisch gucken, den Mann kurz am Ärmel fassen und ihm anschließend die Fresse polieren. Das wäre wenigstens ein Foto geworden!

Kann auch sein, daß ihn der Mann im Moment des Begrapschens fragt, ob der Kandidat nicht unter Schröder im Kanzleramt Hartz4 organisiert hat und ihm gerade die Richtung zeigt, wohin er zu entschwinden hätte, möglichst subito. Aber wahrscheinlich erzählt er ihm eh nur von sinkenden Aufträgen, geplanten Massenentlassungen nach der Wahl und Steinmeier kann sowie nicht helfen und versteht das alles auch nicht.

Mag ja alles sein oder auch nicht, nur sind solche Großplakate eher kontraproduktiv, wenn nichts paßt. Und solche Antiwerbung kommt mit schöner Regelmäßigkeit. „Gut“ sind die Agenturheinis meist nur, wenn sie sich selbst bespiegeln können. Außerhalb dieses geschlossenen Bereiches wird es meistens sehr eng.

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Artikel vom Montag, 07. September 2009, 13:21 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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