Massive Preiserhöhungen bei Premiere/Sky

Donnerstag, 28. Mai 2009

TVMit der alten Kofler-Masche selig versucht Murdoch, den Bezahlsender Premiere für sich und die weiteren Anteilseigner endlich profitabel zu machen. Der Preis für Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga erhöht sich (Link: Handelsblatt) zur neuen Saison von rund 20 Euro auf märchenhafte 32,90 Euro. Um diesen Preis marketingtechnisch zu rechtfertigen, bekommt der Kunde zwangsweise einige Ladenhüter des Sky-TV-Angebots dazu, wobei er diese nicht abwählen kann. Für Übertragungen der Champions League muß man ein zusätzliches Paket ordern, sodaß man bei 44,50 Euro für Bundesliga plus CL plus Ladenhüter-Zwangsabo landet. Die Süddeutsche hat ihren Beitrag dazu inzwischen online.

Das soll die Zahl der Abonnenten auf die Marke von 3 bis 3,5 Millionen treiben. Im Prinzip war diese Preisentwicklung zu erwarten: Man sichert sich Exklusivrechte und läßt die Kunden dann auch exklusiv (besser: exquisit…) dafür zahlen. Das Beispiel Kofler und dessen famose Premiere-Preis- und Abopolitik kommt mir deshalb in den Sinn, als es ein schönes Beispiel dafür war, was passiert, wenn man den Bogen überspannt. Am Ende gingen Premiere zuerst die Übertragungsrechte der Bundesliga und danach die Kunden flöten. Sky (so heißt Premiere neuerdings) hat sich zwar die Rechte an der Fußball-Bundesliga bis 2013 gesichert, jedoch haben Abonnementverträge eine weit kürzere Laufzeit. Und von der Kündigung derselben werden viele Kunden bei solch überzogenen Preisvorstellungen auch Gebrauch machen. Jedenfalls die Fußballfans auf der Tuxpost.

[Update 26.6.09] In der neuen FAQ steht jetzt:

„Warum muss man Sky Welt buchen, um andere Pakete abonnieren zu können?
Jedes Abonnement umfasst das hochwertige Sky Welt Paket. Dies stellt den Mittelpunkt des Sky Angebotes dar. Weitere Premium Pakete können nur zusätzlich zu Sky Welt hinzu gebucht werden. Damit garantieren wir jedem Kunden den Zugang zu unserer thematischen Vielfalt.“

Gib dem Kunden nicht das, was er haben will, sondern das, mit Du am meisten Geld verdienst. Wie man mit dieser Kundenveralberung die Abonnentenzahl kräftig steigern will, bleibt schleierhaft. Denn was in England funktioniert (Mondpreise für einzeln zu buchende Spiele), wird in Deutschland selbst in abgeschwächter Form so nicht durchsetzbar sein.

Artikel vom Donnerstag, 28. Mai 2009, 17:05 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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1 Kommentar »

  1. Ich Frage mich aber Ernsthaft….. warum das in England Funktioniert !
    Bin ja mal gespannt ob dieses „Neue Urteil“ etwas ändert !
    Glück Auf

    Comment: AWAG – 17. Oktober 2011 @ 12:13

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