Humana-Altkleiderkonzern eine Sekte?

Donnerstag, 19. März 2009

Diese Perle sollte nicht im Weißen Rauschen untergehen: Unter dem Titel Afrika-Hilfe umsonst wirft Frank Nordhausen in der Berliner Zeitung einen Blick hinter die Kulissen des Altkleider-Sammelkonzerns Humana, Einigen wohl vor allem bekannt durch die Second-Hand-Kaufhäuser in Berlin und Köln sowie diversen Altkleider-Sammelcontainern, die die Firma bundesweit aufstellt.

Aus dem Programm der Bundesregierung „Weltwärts“, das den Einsatz freiwilliger Helfer in Afrika bezuschusst gerade rausgeflogen und vom Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI – das das begehrte Spendensiegel vergibt) wegen Intransparenz ohnehin nie berücksichtigt, scheint es sich hier um eine rein kommerzielle Veranstaltung zu handeln, das Alibi-Projekte in Afrika eher aus Imagegründen betreibt. Daß das Spendensammeln (auch dies ein Teil der Humana-Aktivitäten) bei einigen Hilfsorganisationen irgendwann zum Selbstzweck verkommt und nur noch der Finanzierung der Organisation und ihrer Mitarbeiter selbst dient, ist zunächst nicht neu. Hier haben wir es aber offenbar mit einer anderen Dimension zu tun: „Recherchen dänischer Ermittler zeigten, dass Millionen in dunklen Kanälen versickern, die oft in Steuerparadiese führen.“ Und: „Der Deutsch-Kolumbianer (…) glaubt, dass Humana eine Geldmaschine ist, die ihre Margen mit günstigen Ressourcen erzielt: gespendete Altkleider als Rohstoff, Freiwillige als kostenlose Arbeiter. „Die haben ein Perpetuum mobile erfunden“, sagt er. Und warum Sekte? Der Artikel beschreibt auch Erfahrungen aus der dänischen Filiale. Link s.o.

Artikel vom Donnerstag, 19. März 2009, 18:43 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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