Facebook möchte Nutzerprofile verhökern

Montag, 02. Februar 2009

Und rudert bereits zurück. Nachdem sich die Schwester des Firmengründers, die als Marketing-Leiterin amtiert, verplapperte, befürchtet man offenbar den Supergau: Alles nicht wahr. Dem britischen Telegraph hatte die Dame anvertraut, daß die Nutzerdaten und Nutzerprofile der 150 Millionen Facebook-Mitglieder in einen zentralen „Pool für eine der größten Markt- und Meinungsforschungsdatenbanken weltweit“ einfließen werden und „Teilbestände ab Frühjahr an multinationale Unternehmen verkauft werden, die sie dann für eigene Zwecke nutzen können“. (heise) Da kommt Freude auf, bei den Werbefritzen zumindest:

Randi Zuckerberg, Marks ältere Schwester und bei Facebook für das globale Marketing zuständig, erklärte gegenüber dem Telegraph, dass Firmen sich geradezu begeistert über das Pool-Konzept geäußert hätten, da sie auf diese Weise Zugriff auf unterschiedlichste Fokusgruppen hätten und von schnellen Antworten profitieren würden. Eine Abwandlung ihres „Engagement-Ads-Systems“ präsentierten die Zuckerbergs beim jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos: In „Echtzeit“ wurden bestimmte Nutzergruppen zu Politikthemen befragt, etwa Israelis und Palästinenser über ihre Vorstellung von Weltfrieden. (heise.de)

Ja wenn’s nur um den Weltfrieden geht… Wenn man kein Finanzierungsmodell findet, greift man letztendlich auf die gesammelten Nutzerprofile zurück. Um es mit Don Alphonso zu sagen: „Eine Firma, die sich auf eine derartige Verarschung ihrer Nutzer einlässt, weil sie offensichtlich keinen anderen Ansatz zur Monetarisierung hat, ist nicht die Zukunft. So eine Firma, das weiss man, wenn man in der New Economy war, pfeift aus dem letzten Loch“ (s. Blogbar). Eben.

Artikel vom Montag, 02. Februar 2009, 20:28 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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