Datenschützers Albtraum heißt Palm WebOS

Freitag, 09. Januar 2009

Der Name ist schon Programm: Palms neues Betriebssystem „WebOS“ kennt keine eigenständigen Anwendungen mehr, die Zugriff auf die API haben. Stattdessen laufen Anwendungen im Browser (Webkit) auf Basis von Javascript, CSS und ggf. SQLite. Wie Palm-Mitarbeiter dem von der Nexave-Community entsandten „Reporter“ Torsten Bergemann erklärten, gibt es auch kein PC-Gegenstück mehr zur Synchronisation des Smartphones mit dem PC-Desktop. Stattdessen ist das Teil ständig online und verbindet, fragt ab und synchronisiert mit Hinz & Kunz, vornehmlich Google Kalender, Adressen, Maps pp. Wie auf der Palm-Pressekonferenz mitgeteilt wurde, soll sich das WebOS auch eng mit sozialen Netzwerken wie Facebook u.ä. verknüpfen, etwa zur Einbindung des Adressbuches, Messaging sowie (Achtung!) der Anzeige des aktuellen Aufenthaltsortes im Facebook-Profil via GPS.

Zwar soll diese Synchronisierung mit diversen Diensten abschaltbar sein und sich diese muntere Plaudertasche soweit bändigen lassen. Jedoch gehen dann diverse Funktionalitäten verloren, da die Javaskriptanwendungen nur sinnvoll zu nutzen sein werden, wenn online eine Gegenstelle existiert, die die eigentliche Arbeit übernimmt – und dort finden sich dann die üblichen Verdächtigen wie Google Kalender, Adressen, Google Mail mit Text und Tabellen etc. sowie Diensten, die die Carrier anbieten werden – gegen Entgeld natürlich, zusätzlich zum entsprechenden Datentarif. Ob wenigstens eine Schnittstelle nach SyncML implementiert wird, wie Torsten den Palm-Mitarbeiter fragte, konnte auch der nicht beantworten.

Das Geschäftsmodell besteht darin, daß diverse Zusatzleistungen online hinzugebucht werden müssen, um sinnvoll arbeiten zu können, von GPS/Navigation bis zur Groupware – und da in letzterem Fall nicht jeder in die Microsoft-Falle tappen wollte und einen Exchange gekauft hat, bleiben zunächst nur Google & Co. Die persönlichen Daten verewigen sich somit bei diversen Dienstleistern, und die sozialen Netzwerksbetreiber wissen endlich, wie sie die Kundendaten gewinnbringend vermarkten können.

Was bleibt für Palm-Fans? Auf billige Altgeräte hoffen und sich damit zu bevorraten. Denn Kompatibilität mit PalmOS-Anwendungen ist nicht mehr gegeben.

[Update 13.8.2009] Aus „Qualitätssicherungsgründen“ übermittelt der Pre (US-Version) diverse Daten an Palm-Server. Darunter GPS-Daten, installierte Anwendungen und Nutzungsarten, Kernellogs usw. Näheres auf Slashdot (Link von Nexave). Bei der Erstinstallation läßt sich diese Form der Schnüffelei unterbinden, danach offenbar nur durch Fummelei an Systemdateien. Womit sich Palm in die ähnlich unrühmliche Gallerie anderer Smartphone-Hersteller einreiht. Ob der Pre mit ähnlichen „Features“ auch in Deutschland erscheinen wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Artikel vom Freitag, 09. Januar 2009, 15:06 Uhr in der Kategorie PDA Hardware. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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4 Comments »

  1. […] handelt und bündelt die Informationen auf Wunsch in einer Ansicht, sondern erledigt auch Updates durch Synchronisierung sowohl mit PCs als auch Services im […]

    Pingback: Palm feiert mit Web 2.0 Smartphone sein Comeback | TechBanger.de – 10. Januar 2009 @ 04:52

  2. […] Albtraum heißt Palm WebOS betitelt Tuxpost seinen Artikel über Palms neues Betriebssystem “WebOS”. ….. das Teil ständig online und […]

    Pingback: RTFM! | Im Web gelesen (1) – 07. Februar 2009 @ 16:22

  3. Dummer Blog, strotzt von faktischen Fehlern, aber macht dafür mit Polemik wett. Wer sich nur für fünf Pfennig mit dem Betriebssystem auseinandergesetzt hat, hätte einen sinnvolleren Beitrag schreiben können. Doppelautsch, sag ich nur…

    Comment: hanspeter – 25. Juli 2009 @ 20:52

  4. Der Artikel vom 9. Januar bezieht sich, wie unschwer zu erkennen ist, auf die Show von Colligan & Co., ist also 5 Monate vor der tatsächlichen Verfügbarkeit des Systems geschrieben. An der grundsätzlichen Kritik an dem Teil ändert sich aber nichts. Auf den Rest zu antworten schenk ich mir jetzt.

    Comment: Thomas Schramm – 26. Juli 2009 @ 01:49

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