Sachverständigen-Desaster in der „Finanzkrise“

Donnerstag, 01. Januar 2009

Über die desaströse Rolle der (deutschen) Volkswirtschaftslehre in der „Finanzkrise“ gibt es einen lesenswerten Aufsatz von Jürgen Kaube in der FAZ vom 30.12.2008.

Die Volkswirtschaftslehre ist eine Disziplin, die sich über Jahrzehnte an ihrer eigenen Esoterik berauscht hat. Großmäulig, weil sie als einzige sozialwissenschaftliche Disziplin den Kontakt zu allen anderen für unnötig hielt, hat sie zugleich einen Stil des Immerrechthabens gepflegt. Folgerichtig wurde auch, kaum war die Krise ausgebrochen, schnell nach den paar Stellen gesucht, an denen ein Ökonom einmal vor mangelnder Eigenkapitalausstattung mancher Banken gewarnt hatte. (..) Die Wirtschaft wächst nur um ein Prozent, nein, jetzt doch nur um ein halbes, ach, vermutlich schrumpft sie sogar, vielleicht um, sagen wir: drei Prozent, oder so. Das nennt sich dann Sachverständigenrat.“ (ebd.)

Umgeschulte Mathematiker, die den Sinn und das Gespür für ihr eigentliches Thema längst verloren haben und deren Modellrechnungen nicht mehr aufgehen. Sei noch hinzugefügt, daß seit einigen Jahren bei den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühlen und Instituten in diesem Sinne „durchgewählt“ wurde (und auch noch befeuert von Rot-Grün, denen diese Richtung gerade in den Kram paßte – alles andere war ja „unmodern“), was einem die von Kaube beschriebene Monokultur in diesen Fächern bescherte.

Artikel vom Donnerstag, 01. Januar 2009, 13:23 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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