Heuschrecke spart weiter bei der Berliner Zeitung

Freitag, 20. Juni 2008

Nach einem Bericht der taz stehen bei der BV Deutsche Medienholding, zu der u.a. die Berliner Zeitung, Netzeitung, Hamburger Morgenpost, Tip u.a. gehören, weitere Entlassungen bevor, diesmal in der Größenordnung von 150 bis 200 Arbeitsplätzen (von 930 Stellen insgesamt), wobei auch ganze Produktionsbereiche ausgelagert werden sollen. Chefredakteur und gleichzeitig Geschäftsführer Depenbrock steht dabei unter dem Druck der britischen Mecom-Gruppe um Montgomery, die als Zielvorgabe eine Rendite von 20 Prozent angepeilt hat – eine im Zeitungsbereich reine Phantasiezahl. Laut taz wollen die Mecom-Investoren (Rentenfonds) endlich Geld sehen.

Der Berliner Verlag macht nach Verlusten im Jahr 2002 mittlerweile Gewinn (7,9. M). Allerdings wurden ihm wie bei Übernahmen durch Heuschrecken üblich die Kredite zur Übernahme aufgebürdet, sodaß die Blz kräftig Zinsen und Tilgung dafür zahlen darf. Der in diesem Szenario nächste denkbare Schritt (falls die Zielvorgabe bei der Rendite nicht erreicht werden kann), daß sich nämlich das aufgekaufte Unternehmen überschulden muß, um dem Investor eine Phantasiedividende zu zahlen mit anschließendem Fleddern der Leiche, dürfte in diesem Fall nicht geräuschlos über die Bühne gehen.

[Update] Wie man den Laden ausplündert, um auf ein (unrealistisches) Renditeziel von 30 Prozent zu kommen, beschreibt die Frankfurter Rundschau vom 23.6.2008 am Fall von Pro7.Sat1 und der Heuschrecke Permira unter dem schönen Titel melken oder schlachten.

Artikel vom Freitag, 20. Juni 2008, 15:39 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment