Eisenberg bringt Gravenreuth hinter Gitter

Mittwoch, 12. September 2007

Der aus Massen-Abmahnwellen bekannte Münchner Rechtsanwalt Gravenreuth, manchen vor allem bekannt durch die Abmahnung des Begriffs „Explorer“ auf Webseiten, wurde vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Gravenreuth hatte versucht, angebliche Forderungen gegenüber der tageszeitung (taz) durch Pfändung und Versteigerung der Domain taz.de einzutreiben. Die taz stellte durch ihren Anwalt Jony Eisenberg Strafanzeige wegen versuchten Betrugs. Gravenreuth redete sich vor Gericht damit heraus, daß er aufgrund des Chaos in seinem Büro die längste erfolgte Zahlung der taz falsch zugeordnet habe. Was natürlich reiner Mumpiz ist – niemand, der halbwegs bei Trost ist, versteigert fremde Domains wegen ausstehender Kleckerbeträge.

Das Gericht hielt eine Geldstrafe wegen einer früheren Verurteilung im Jahre 2000 wegen Urkundenfälschung in 60 Fällen nicht mehr für ausreichend. Die Freiheitsstrafe setzte es nicht zur Bewährung aus: „Nur weil die taz einen Anwalt hatte, der Ihnen in den Arm gefallen ist, haben Sie die Domain nicht verwertet. Die Allgemeinheit muss vor Ihnen geschützt werden.“ Sie sähe – so die Richterin Nissing – keinen Anhaltspunkt dafür, dass sich der Angeklagte zukünftig an die Rechtsordnung halten werde. (taz und heise)

Made my day.

Artikel vom Mittwoch, 12. September 2007, 16:51 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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