Deutsche Spießer

Freitag, 31. August 2007

Kölns Kardinal Meisner gefällt das von Gerhard Richter gestaltete neue (abstrakte) Fenster im Südquerhaus des Kölner Doms gar nicht. Das ist legitim, nur die Begründung in diesem Interview, das er bezeichnenderweise dem Kölner Express gab, stößt sauer auf: „Das Fenster passt nicht in den Dom. Es passt eher in eine Moschee oder ein Gebetshaus“, sagte der Erzbischof am Rande der Caritas-Schiffstour „Alt und Jung in einem Boot“ in Düsseldorf dem „Express“: „Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, dann soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln und nicht irgendeinen.“ (Zit. nach FAZ) Da hat er sich die richtige Gazette für das Stammtischgeplauder ausgesucht.

Der Rapper Bushido hat sich privat verbessert. Im Tagesspiegel plappert er munter drauflos: „Ich habe mir im Frühling ein schönes Haus gekauft, 660 Quadratmeter, drei Stockwerke, in Lichterfelde West. Klingt ziemlich spießig, privat bin ich auch ein Spießer. (..) Wir werden nie so richtig erwachsen und machen gern Blödsinn. Zu Hause aber möchte ich meine Ruhe haben, Hecken schneiden, Depeche Mode hören und Frikadellen brutzeln. Das ist wie bei Heinz Rühmann.“ Da dachte man immer, diese Herrschaften wollten wenigstens eine Botschaft transportieren und entpuppen sich nun als SPD-wählende öde Spießer.

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Artikel vom Freitag, 31. August 2007, 11:31 Uhr in der Kategorie Fundbüro. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

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1 Kommentar »

  1. Des Kardinals neue Fenster…

    Jetzt denkt man erst, der Kardinal meint das boese. Meint aber nicht. Als einem der hochrangigen christenmenschen liegen ihm solche regungen natuerlich fern. Er will mit dieser einlassung was einleiten. Eine geste……

    Trackback: Der Haken – 01. September 2007 @ 11:06

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