Noch einmal Google und der Datenschutz

Mittwoch, 23. Mai 2007

SecWährend das Google-Bashing hinsichtlich der Datensammelwut zur Erstellung von Nutzerprofilen allmählich etwas ermüdend wirkt, hat Heise ein Interview der Financial Times mit dem Google-CEO Eric Schmidt gefunden, das es lohnt, trotzdem erwähnt zu werden.

„Ziel sei es, so sagte Google-CEO Eric Schmidt laut Financial Times, möglichst viele persönliche Daten zu sammeln, so dass man den Benutzern eines Tages sagen könne, welchen Job sie nehmen und was sie morgen machen sollen. Nebenbei würde dadurch das Unternehmen an Einfluss gewinnen, das sich der Mission verschrieben hat, die Informationen der ganzen Welt zu organisieren.“

Zum Zwecke der Profitmaximierung, versteht sich. Es kommt noch besser:

„Der neu gestartete Dienst iGoogle ist für Schmidt in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt. Mit dem Programm kann der Benutzer seine Startseite personalisieren und liefert so Google weitere Informationen über seinen Wohnort, seine Vorlieben und Interessen. Dazu kommt die personalisierte Suche, mit der der Benutzer (und Google) erkennen kann, nach was er wann gesucht und welche Seiten er besucht hat.“

Ich weiß zwar nicht, welche Krankheit das ist, aber meistens hilft Togal gegen diverse Leiden. Noch einmal sei darauf hingewiesen, Google-Cookies im Browser zu löschen oder erst gar nicht zuzulassen. Firefox-Nutzer können das Add-In CustomizeGoogle verwenden, um halbwegs anonymisiert die Suchmaschine zu verwenden. Dienste wie Gmail oder Google-Kalender sowie das Adreßbuch sollten nicht zum Hinterlegen von persönlichen Daten verwendet werden.

In diesem Zusammenhang dürfte sich die Diskussion erledigt haben, ob man als Firma oder gar als Öffentliche Verwaltung Anwendungen billig „outsourcen“ sollte, um auf externe Webanwendungen wie Googles Calk oder deren Textverarbeitung umsteigen zu können – der geplante Aufkauf von Salesforce.com paßt hier gut ins Bild – noch mehr Daten, noch mehr Futter fürs „Profiling“. Wer das verwendet, macht sich freiwillig nackich. Und im Zweifelsfall gilt wie damals bei Compuserve amerikanisches Recht, pfeif auf den Datenschutz.

Tags: | Drucken Drucken
Artikel vom Mittwoch, 23. Mai 2007, 14:20 Uhr in der Kategorie Security. Sie können Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment