Online-Bibliographien und BibTeX

Donnerstag, 30. November 2006

LaTeX„Online-Bibliographien nutzen mit BibTeX“ ist ein Artikel von Jürgen Fenn in der aktuellen Mitgliederzeitschrift „Die TeXnische Komödie“ des Vereins Dante e.V., der in die Nutzung von Online-Bibliographien und -Katalogen einführt, die einen Output im BibTeX-Format zur Verfügung stellen. Praktischerweise braucht man in diesen Fällen nicht mehr selbst alles mühsam ins BibTeX-Frontend oder händisch in die lokale Bib-Datei eintippen, sondern übernimmt direkt den Datensatz (u.U. mit etwas Nachbearbeitung). Nutzer von Endnote werden jetzt gelangweilt aufstöhnen, aber nicht jeder kommt an verbilligte „Studenten-Versionen“ heran oder ist ein Schwager von Onassis. Und so besonders viele deutsche Bibliotheken, mit denen Endnote etwas anfangen kann, gibt’s ja auch nicht.

Da die Vereinszeitschrift naturgemäß nicht online ist, kurz die Highlights des Artikels, soweit für Nicht-Naturwissenschaftler relevant:

  • Amatex sucht online bei Amazon nach dort vorhandenen Büchern und gibt die Fundstellen im BibTeX-Format aus. „Diese Webseite sucht Bücher direkt von Amazon mit dem zur Verfügung gestellten Amazon-Webservice und extrahiert hieraus BIB-Daten für Bibtex/Latex.“
  • Die Digitale Bibliothek des Hochschulbibliothekszentrums NRW hat inzwischen mächtig an ihrem System geschraubt und bietet ggf. ganze Bibliographien als Suchergebnisse im BibTeX-Format an (auf deren Website sollte man unter „Einrichtung“ „extern“ wählen). Den Output kann man auch als CSV generieren lassen.
  • Zur Konvertierung des Bibliotheken-Austauschformats MAB nach BibTeX gibt es ein Python-Tool von Henning Hraban Ramm (Anleitung hier), das auch ein Skript zur Umwandlung von Unicode UTF-8 nach Ascii enthält, einschl. Umwandlung der Umlaute in die LaTeX-Notation.
  • Die Wikipedia besitzt eine Zitierfunktion, die unter „Werkzeuge / Artikel zitieren“ zu den gewählten Artikeln gleich den passenden BibTeX-Eintrag ausgibt. Das war mir noch gar nicht aufgefallen. ;-)

Was gibt’s noch in der Komödie 4/2006? Einen langen Artikel „Übersicht freier Mathematikfonts für TeX und LaTeX“ von Stephen Hartke (übersetzt von Martin Sievers, den englischsprachigen Originalartikel aus „The PracTeX Journal“ gibt es hier), was es mit dem „Achtelgeviertstrich“ auf sich hat erklärt Jan Weichold und Rolf Niepraschk hat Tipps und Tricks unter anderem zum Setzen von Tabulatoren parat.

Abschließend die Auflösung des Rätsels „Wer ist Dante e.V.„: Die Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V. Obige Hinweise sind entnommen aus der aktuellen Mitgliederzeitschrift 4/2006. Mitglied werden kann jeder, die Kosten liegen z.Zt. bei 40 Euro jährlich für Privatpersonen. Im Mitgliedspreis inbegriffen ist u.a. die viermal jährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift „Die TeXnische Komödie„. Muß man da Mitglied werden? Im Prinzip nicht, aber besser ist es schon… Die Infrastruktur rund um TeX (CTAN, TeX-Projektförderung pp.) gibt’s nicht umsonst.

  • [2006,article] bibtex
    Fenn, J. (2006). Online-Bibliographien nutzen mit BiBTeX. Die TeXnische Komödie, 4, 40-46.
    @ARTICLE{ fenn06,
      author = {J{\"u}rgen Fenn},
      title = {Online-Bibliographien nutzen mit BiBTeX},
      journal = {Die TeXnische Kom{\"o}die},
      year = {2006},
      volume = {4},
      pages = {40--46}
    }
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