K12LTSP ersetzt Windows in Schule

Donnerstag, 20. Juli 2006

TuxBrandon Elementary transformed by K12LTSP auf Newsforge berichtet von einer System-Migration an einer Schule in Atlanta. Dort herrschten offenbar bundesrepublikanische Verhältnisse, denn die Hauptaufgabe der Systembetreuer aka Praktikanten war, den (wenigen) Schrott, den man hatte, unter Windows 98 lauffähig zu halten. Was nicht gerade einfach war, denn:

spending too much time fixing „broken“ computers at Brandon Elementary School. They were slow, frequently frozen, and „fraught with hardware, software, and malware issues. We would hear over and over again, ‚our computer doesn’t work anymore,'“ Howard says, „and it takes hours to reinstall the operating system or figure out what driver got corrupted by what virus.“

Das erinnert an die Aushilfen selig, die während der Arbeitszeit via Webmail ihre Privatpost bei Yahoo lasen und über dort eingeschleppte Viren die halbe Firma (oder den Windows-Teil davon aka „Das Marketing“) ;-) lahmlegten. Na egal, in Atlanta beschloß man jedenfalls, daß nur der Austausch von Hardware nichts an dem Problem ständig zerschossener Rechner ändern würde. Angesichts begrenzter Finanzmittel entschloß man sich, eine Lösung auf Basis von K12LTSP, des Linux Terminal Server Projects auf Fedora-Basis, einzusetzen.

Insgesamt bestückte man 35 Server damit, und von dem eingesparten Geld kaufte man 60 neue Thin Clients, womit man den Bestand an Linux-Clients auf 250 aufstocken konnte. Pro Klassenzimmer kam man nun nicht mehr auf 1 PC, sondern auf 5 bis 6 und mehr.

Neben der Kosteneinsparung von 90% gegenüber einer WinXP-Bestückung verzeichnete man aufgrund der höheren „PC-Dichte“ einen größere Lernfortschritt bei den Schülern und (Schulamts-Pappnasen aufgepaßt!) bessere Noten: „Scores were up across the board,“ (..) „and math scores in particular were up sharply“. Daß Schüler mit Unix/Linux überfordert wären und daher unbedingt Winweich bräuchten, gehört eh in den Bereich Märchen des Marketings:

There’s a connection between education and open source. It’s collaborative learning. The kids teach each other. A handful of the kids are the early adopter types — they find stuff and show the other kids how to do it. That is reflective of the whole open source philosophy of people producing and sharing.“

Wohl wahr. Hierzulande hat man den Zwang, daß Schüler Präsentationen mit Powerpoint erstellen müssen. Ich frage mich schon seit Jahren, ob die deutschen Schulen davon ausgehen, daß ihre Schüler die zuhause erstellten Präsentationen mit einem bezahlten Powerpoint verfassen? Demnach fördern Schulen das Verwenden von Raubkopien oder verhalten sich gegenüber Kindern, die sowas nicht zuhause haben, grob unsozial. Während das Arbeitsamt die 1-Euro-Zwangsverpflichteten dazu zwingt, Rentnern in „Seniorenfreizeitheimen“ „das Internet“[tm] sowie Word und Excel beizubringen unter WinweichXP. Das massenhafte Verbrennen der Staatsknete wird dort organisiert von dem Industriebereich der „Maßnahmenträger“, ähem, man nennt sich ja vornehm „Fortbildungsinstitute“ und macht „Fortbildungskurse“. Wirf Hirn, trifft ohnehin die Falschen.

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